Wohnhaus

Graf-Adolf-Straße 89 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7115
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Graf-Adolf-Straße 89, 51065 Köln
Baujahrum 1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1910-14 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Betonung der Mittelachse durch Hauseingang und flach vortretenden dreigeschossigen Erker auf segmentbogigem Grundriß; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus; Sockel und Hauseingang teilweise verändert, Haustür erneuert; Fenster erneuert; Vorgarten mit Resten der ehemaligen Einfriedung (Mauersockel). Rückseite: neue Putzfassade, Fenster größtenteils original, Hoftür erneuert; seitlich je ein Anbau, 3 Geschosse, neu verputzt, Fenster größtenteils original.

Im Inneren original erhalten: Zwischen Eingangsbereich und Treppenhaus korbbogiger Stützbogen; im Treppenhaus Terrazzoboden, halbhohe hölzerne Wandleisten, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und geschnitztem Antrittspfosten, Kellertür, Wohnungsabschlußtüren erneuert.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Graf-Adolf-Straße liegt als Allee in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße ein Viertel gehobener Wohnqualität, deren viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 89 ist zeitgleich mit dem Nachbargebäude Nr. 87 bei ähnlicher Grundriß- und Fassadengestaltung im neoklassizistischen Stil errichtet worden, der für die jüngere Bebauungsphase der Straße bezeichnend ist. Es dokumentiert mit dem für die Straße ehemals typischen Vorgarten deren historisches Erscheinungsbild und ist deshalb als unverzichtbares Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0