Wohnhaus

Maastrichter Straße 26 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4060
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Maastrichter Straße 26, 50672 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.03.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1890 erbaut, 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben (verändert, ursprünglich auch mit Ziergiebel), 3 Achsen, Durchfahrt und 2geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon in der linken Achse (Balkonbrüstung weitgehend verändert), Natursteinfassade mit stuckierten Putzflächen in Anklängen an den Barock (teilweise verändert), Fenster teilweise original, Ladentür original, Tor zur Durchfahrt sowie Haustür verändert. Rückseite und seitlicher Anbau durch nachträgliche Erweiterungen zum Teil verändert, Fassaden in zweifarbigem Backstein mit Gliederungen, Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmoraufgang, Wandsockel aus weißen, braunen und schwarzen Marmorfeldern, Holzhandlauf mit Volutenabschluß und schmiedeeiserner Aufhängung, reicher Deckenstuck, breite stuckierte Stützrahmen und -bögen mit raumteilender Marmorsäule; im Treppenhaus Marmortreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf einseitig, an der Wand Holzhandlauf (wie Vestibül) mit niedrigem Wandsockel aus schwarzem Marmor, auf den Treppenpodesten inkrustierter Terrazzoboden mit Mosaikkante, auch hier stuckierte Deckenfelder; weitgehend Wohnungstürabschlüsse mit geschweifter Flügeltür, kleinteiligen Sprossensichtfenstern, Oberlicht sowie Kassettenfüllungen, seitliche einteilige Türabschlüsse; in einigen Wohnungen unterschiedlich gestalteter Deckenstuck, Parkettfußböden, Zimmertüren. Bestandteil des Denkmals ist auch das sich unter dem gesamten Grundstück erstreckende Kellergeschoß in Backsteinmauerwerk, dessen Decke von Doppel-T-Trägern mit einer Ausfachung aus gewölbten und scheitrechten Betonkappen gebildet wird. Erhaltenswert sind hier auch die in die Außenmauern integrierten Entlüftungskamine aus Backstein, die ihre oberirdische Fortsetzung in der ebenfalls zum Denkmal gehörenden Einfriedungsmauer finden.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die repräsentative Maastrichter Straße, vor der Stadterweiterung Melatener Weg, wurde im wesentlichen 1885-1890 bebaut. Das während der Hauptbebauungsphase der Maastrichter Straße errichtete Haus Nr. 26 gehört zu den wenigen hier noch erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Dabei hebt es sich durch seine besonders aufwendig gestaltete Werksteinfassade, die durch stuckierte Putzflächen zusätzlich aufgelockert und belebt wird, stark hervor. Ähnlich wie beim bereits unmittelbar in der Nähe des Brüsseler Platzes gelegenen Haus Nr. 46 werden bei der Fassadengestaltung des o. g. Objekts im wesentlichen Stilelemente des Barocks, etwa die geschweiften Fensterverdachungen im 1. Obergeschoß, aufgegriffen. Auch die portalartig ausgebildete Eingangssituation mit dem in Rocaille-Ornamentik gerahmten ovalen Oberlichtfenster weist starke Anklänge an den Barock auf. Das o. g. Gebäude, das darüber hinaus über einen ungewöhnlich großen, sich über das gesamte Grundstück erstreckenden Keller mit Betonkappendecke aufweist, ist somit unbedingt erhaltenswert. Es veranschaulicht noch heute den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels und wird, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0