Wohnhaus
Bodinusstraße 5 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4092 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bodinusstraße 5, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.04.1987 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Wohnhaus wurde um 1910 errichtet.
Baukünstlerisch belegt die waagerecht betonte und in drei Fensterachsen und drei Geschosse gegliederte Villenanlage den Übergang von historisierenden Baustilen zu der reinen Plastizität der architektonischen Moderne. Die schweren Einlagen von dunklem Werkstein in der Rahmung der Erdgeschoßfenster, am Hauseingang und bei der kleinen Fensterreihe im 1. Obergeschoß, stützen sich auf die Vorstellung von Massivität und Schwerkraft.
Die Betonung der Symmetrie ist durch den hohen Giebel gegeben, wobei die Dachführung und andere gestalterische Elemente (so z. B. die schwungvolle Wölbung zweier Balkonaufsätze, der sparsam dekorierten Rasterlinien der Gitter, die einfachen Fenstereinschnitte usw.) eher in der entgegengesetzten Richtung wirken und einen Ausblick auf die funktionalistische Ausrichtung des Wohnungsbaus in den 20er Jahren vermitteln. Einige kompositionelle Hauptzüge reichen von der Straßenschauseite in die einfacher wirkende Fassadeneinrichtung des Gartentrakts hinein. Im Hausinnern ist ein Parkettboden aus der Erstbebauungszeit, die Holztreppe mit flachen Holzbalken, die Mosaikglasfenster im Treppenhaus und andere gestalterische Details beinahe vollständig erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln-Riehl, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich dokumentiert. Das 972 erstmals bezeugte Riehl war im Mittelalter eine dörfliche Ansiedlung mit mehreren stattlichen Höfen. Die dauernden Überschwemmungen des Rheins verursachten eine nur sehr lockere Bebauung des landwirtschaftlichen Terrains. Mit der Anlage des Zoos im Jahre 1859/60, der Flora 1862/64 und der Eröffnung von mehreren Sommerwirtschaften hatte sich Riehl zu einem beliebten Ausflugsziel der Kölner entwickelt. Die systematische Bautätigkeit begann erst nach der Eingemeindung nach Köln 1888, wobei um die Jahrhundertwende hier die bedeutendsten Wohnsiedlungen, repräsentative Mietblöcke und Villenanlagen entstanden. Aus dieser Zeit stammt auch die zwischen dem Zoologischen und Botanischen Garten liegende und den Charakter der Gasse als Wegführung noch voll bewahrende Bodinusstraße.
Städtebaulich bezeugt das o. g. Wohnobjekt eine direkte Bindung an das niedrigere Nachbarhaus Nr. 7 sowie zu der Dachführung und auch zu dem Eckhaus zur Stammheimer Straße (Nr. 1). Sogar das ziemlich umgebaute Haus Nr. 5 bewahrt in der Treppenhauskomposition und Verzierung die oben beschriebenen stilistischen Grundzüge und läßt die ganze Straßenzeile als eine relativ einheitliche Ambiente erscheinen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0