Wohnhaus

Mainzer Straße 28 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4127
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mainzer Straße 28, 50678 Köln
Baujahrum 1912 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.04.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1912 - 1914 errichtet.

Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit hohem Haussockel in Werkstein, Souterrain und einem halbkreisförmigen Erker mit 5-achsigem Fensterband aufgrund seiner mit Halbplastiken dekorierten Fassade sowie der aufwendigen Materialverarbeitung des Sockelgeschosses. Der horizontalen Gliederung durch den hohen Sockel und seiner oberen Abgrenzung durch ein Gesims mit breitem Klotzfries wird vertikal entgegengewirkt durch den schon auf der Sockelfläche angesetzten Erker. Die plastisch gewölbten Brüstungsfelder des 3. Obergeschosses mit in Nischen angebrachten, und mit Feston behangenen Puttenplastiken setzen sich in den Brüstungsfeldern der oberen Fensterreihung des Erkers fort. Weitere Schmuckelemente sind die rustizierte Fensterrahmung im 1. und 2. Obergeschoß, vertikal angeordnete Friesornamentik sowie zwei kleine, in Voluten (=Locken) gefaßte Kopfplastiken unterhalb des Erkers. Die strenge Symmetrie der Fassade wird durch das nach rechts verlagerte, überdimensionierte Portal aus Werkstein mit breitem profiliertem Gesims und Lisenen mit je einer auf Mauervorlagen stehenden Plastik (männlich und weiblich) aufgelockert.

Trotz der Veränderung der Dachzone und einiger Architekturdetails verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Marmortreppe, Geländer aus Holz mit Antrittspfosten, Stuckdecken.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus als Beispiel für die Jahre der Erstbebauung des südlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und als Dokument für die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt. Die Bebauung, nach dem von J. Stübben erstellten Erweiterungsplan (1881), erfolgte in mehreren Phasen in einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen. Die breite Lagerung des Straßenraumes der Mainzer Straße und die zweireihige Baumallee auf erhöhtem Mittelstreifen unterstreichen das hohe architektonische Niveau prunkvoller Fassaden der vier- bis fünfgeschossigen Bauten, die zum größten Teil um 1903 - 1906 und vereinzelt um 1912 - 1914 errichtet wurden.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines weitgehend erhaltenen Straßenensembles. Mit dem historischen Bauwerk Nr. 24 und den Hausnummern 21 - 27 und 31 - 47 auf der gegenüberliegenden Seite repräsentiert das Objekt das ehemalige prunktvolle Erscheinungsbild der Mainzer Straße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0