Wohn- u. Geschäftshaus

Teutoburger Straße 14 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4518
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Teutoburger Straße 14, 50678 Köln
Baujahr1904 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.03.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde 1904/05 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige Traufenhaus mit ausgebautem Souterrain, Giebelgeschoß (verändert) und aus der Formensprache des vegetabilischen Jugendstils entlehnten Stuckfassade. Über dem grob rustizierten Souterrain mit 2 großen Fenstern (Rosettendekor) und 2 Eingangsbereichen sowie dem fein rustizierten oberen Erdgeschoßbereich ist die Fassade im Fugenschnitt strukturiert und mit Sohlbankgesimsen gegliedert. Die unterschiedlichen Fenstergruppierungen (z. B. Zwillingsfenster) und -formen (gerade, geschweift, flach-, korb- und rundbogig) sind ein typisches Merkmal des Jugendstils und beleben die Fassade ebenso wie die reichdekorierten Brüstungs- und Bekrönungsfelder in vegetabilischer Ornamentik.

Die geschweiften Setzhölzer (im 1. und 2. OG) sowie die schmalgliedrigen Oberlichtsprossen der Fenster sind zum Baukörper gehörige Architekturteile und tragen zur ästhetischen Einheit der Fassade bei, ebenso wie die beiden unterschiedlich gearbeiteten schmiedeeisernen Balkongeländer. (Im 1. OG ist ein bleiverglaster Fenstermittelteil erhalten). Trotz des stark veränderten Giebelgeschosses verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Das Innere des Gebäudes entspricht dem reich dekorierten Äußeren des Hauses: Im Entrée Marmorfußboden (beschädigt), gerillter Stützbogen und bogenimitierender Wand- und Deckenstuck mit Festons, Kanneluren etc., Terrazzotreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer mit Holzhandlauf und Antrittswange, dem Treppenlauf folgende Wandstrukturierung mit Abschlußleiste, auf den Podesten zweifarbiger Terrazzofußboden mit Mosaikkante, vollständig erhaltene Wohnungstürabschlüsse mit geschweiften Setzhölzern und Oberlicht, z. T. noch mit der ursprünglichen Bleiverglasung (1., 2. und 3. Obergeschoß), und Messingknaufen, in den Wohnungen Stuckdecken und Zimmertüren.

Eine weitere Tür mit Spiegeleinsätzen sowie eine Keller- und Hoftür vervollständigen den originalen Türbestand des Hauses. Der rückwärtigen Fassade ist ein Seitenhaus in Putz und Backsteingliederungen angelehnt (mit erhaltenen Balkongeländern). Einige, in Säulen gerahmte Treppenstufen deuten auf eine ehemalige kleine Gartenanlage hin.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus als Beispiel für die Jahre der Erstbebauung des südlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und als Dokument für die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben erstellten Erweiterungsplan (1881) erfolgte in mehreren Phasen in einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen. Die breite Lagerung des Straßenraumes der Teutoburger Straße und die zweireihige Baumallee auf erhöhtem Mittelstreifen unterstreichen das hohe architektonische Niveau prunkvoller Fassaden der vier bis fünfgeschossigen Bauten, die zum großen Teil um 1903 - 1906 und vereinzelt um 1912 - 1914 errichtet wurden.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Teil eines Gebäudeensembles mit den Nachbarhäusern Nr. 10, 12, 16. Mit den übrigen historischen Bauten der Straße repräsentiert das Gebäude das ehemalige prunkvolle Erscheinungsbild dieser Allee.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0