Wohn- u. Geschäftshaus

Spichernstraße 48 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5821
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Spichernstraße 48, 50672 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.12.1990
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1900 erbaut. 4 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen, Dachform verändert. Geringfügig veränderte Stuckfassade im Stil des Historismus mit Jugendstildekor; dreigeschossiger Mittelerker (im oberen Teil polygonal und mit verändertem Balkon). Fenster verändert, Haustür verändert. Rückseite mit fast fassadenbreitem mächtigen Anbau (backsteinsichtig, Flachdach, teilweise originale Fenster), vom Vorderhaus lediglich durch Lichtschacht abgetrennt.

Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden und Marmortreppe, rechtsseitig Wandverkleidung in Marmor, Messinghandläufe, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Treppenhaus; Marmorboden im Flur; Marmortreppe, ab dem Aufgang zum 2. OG in Terrazzo, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; auf den Zwischenpodesten jeweils ein in die Wand eingelassener großer Spiegel mit Stuckrahmung, Stuck auch an den Wohnungseingängen und weitgehend unter den Treppenaufgängen; im Treppenhaus auch Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe; Wohnungseingangstüren, Kellertür, Tür zum Lichtschacht.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 von ihm ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Diese halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Die Spichernstraße, an der sich das o.g. Objekt befindet, gehört zu dem westlich der Ringe zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße angelegten gutbürgerlichen „Westend“. Das Gebäude stellt in dem zum großen Teil um 1899 – 1901 bebauten Straßenzug einen wichtigen integralen Bestandteil dar. Es bildet den Abschluss eines zwischen Göben- und Gladbacher Straße in großen Teilen erhaltenen, abwechslungsreich gestalteten Ensembles. Mit der weitgehend unveränderten gegenüberliegenden Straßenzeile, die vorwiegend um 1913 errichtet wurde, trägt es wesentlich zur Veranschaulichung des historischen Straßenbildes bei.

Mit seinem mächtigen Hinterhaus belegt es zum einen das hohe Wirtschaftswachstum Kölns und en daraus resultierenden gesteigerten Bedarf an Mietwohnungen, zum anderen aber auch die gehobenen Ansprüche – also den Wunsch nach mehr Wohnraum – der Erstbewohnerschaft.

Trotz einzelner Veränderungen wird das Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument der Kölner Neustadtarchitektur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0