Wohnhaus
Försterstraße 44 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6156 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Försterstraße 44, 50825 Köln |
| Baujahr | 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1991 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
1911 inschr. datiert; Architekt Rudolf Brovot. 2 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus in der rechten Achse; dort auch Erker auf trapezförmigem Grundriß. Neoklassizistische Putzfassade mit sparsamen Dekorationen im Jugendstil, Werksteinsockel. Fenster und Haustür (mit Oberlicht) verändert, Stuckdekoration über dem Oberlicht entfernt. Rückseite: Backstein, geschlämmt; Fenster verändert. Der zweigeschossige Anbau mit Treppe zum Garten sowie aufgesetztem Balkon wurde später angefügt. Das Innere wurde 1972 komplett verändert und gehört somit nicht zum Denkmal.
In dem ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung zu Altehrenfeld erschlossenen Neuehrenfeld zählt die Försterstraße als Verbindung zwischen Ottostraße und Lenauplatz zu den ersten Siedlungsansätzen. Das o. g. Objekt befindet sich in dem später bebauten, zum Lenauplatz orientierten Straßenbereich. Es ist wichtiger integraler Bestandteil einer symmetrischen, nach Entwürfen des Architekten Rudolf Brovot errichteten Häusergruppe (Nr. 44 bis Nr. 50). Brovot war bevorzugter Baumeister des Stadtverordneten, Maklers und Bankiers Franz Zilkens, auf dessen Initiative dieser Bezirk Neuehrenfelds erschlossen wurde. Das Gebäude veranschaulicht die insbesondere für die Brovotschen Bauten der Zehnerjahre, die vielfach gruppen- oder paarweise aufeinander bezogen erscheinen, typischen Merkmale (vgl. auch Siemensstr. 43 bis 49, Nußbaumerstr. 36 bis 46): die Zwei-Achsen-Gliederung, der charakteristische Dachausbau; sparsame, zuweilen Elemente des sog. Heimatstils, vereinzelt solche des Jugendstils aufnehmende Dekorationen, die die damals aufkommende Vorliebe für schlichtere und strengere Formen verdeutlichen. Bei den Häusern an der Försterstraße stellt der Werksteinsockel ein zusätzliches markantes Detail dar. Das o. g. Objekt wird daher, trotz der im Lauf der Jahre vorgenommenen Veränderungen, sowohl als Beleg für das Werk eines bestimmten Architekten als auch für die stadtteilspezifische gehobene Wohnbebauung im frühen 20. Jahrhundert zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0