Wohnhaus
Leostraße 49 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6258 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 49, 50823 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.10.1991 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
1905 erbaut. 3 Geschosse, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit zwei neueren Gauben und mittigem Giebelhaus; in den Außenachsen je ein zweigeschossiger Erker auf trapezförmigem Grundriß. Putzfassade mit Stuckdekorationen im Jugendstil. Fenster zum großen Teil original, Haustür verändert. Rückseite zwei Hinterhäusern: backsteinsichtig; linkes Hinterhaus nach Kriegsbeschädigung flachgedeckt, außerdem nach 1945 geringfügiger Ausbau der linken Dachgeschoßhälfte; Außenwände der Hinterhäuser verputzt. Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikkante und schwarzer Rahmung, Fliesen bis etwa zur halben Wandhöhe (Majolika, dunkelgrün), darüber reicher Wand- und Deckenstuck; schwarzgerahmter Terrazzoboden im Flur; Terrazzotreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; im gesamten Treppenhaus auch Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe. Nicht zum Denkmal gehört: eingeschossiger Anbau am linken Hinterhaus (ehem. Waschküche).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eigemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Leostraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde vorwiegend ab den 90er Jahre des 19. Jahrhunderts bebaut und stellt die Verbindung zwischen Venloer- und Subbelrather Straße her. Das Gebäude gehört in dem Straßenabschnitt zwischen Stamm- und Venloer Straße zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der historischen Bebauung. Es repräsentiert die spätere Erschließungsphase und stellt noch heute einen markanten städtebaulichen Blickpunkt dar. Mit der abwechslungsreich im Jugendstil - einem in Ehrenfeld seltener anzutreffenden Architekturstil - dekorierten Fassade orientierte man sich an den Gestaltungsformen des "vornehmeren" benachbarten Neuehrenfeld, wo übrigens auch der gewählte Typus des sog. Zweispännermietshauses geläufig ist. Das Gebäude belegt somit zum einen die architektonische Entwicklung Ehrenfelds. Zum anderen weist es auf die steigenden Ansprüche und das Selbstbewußtsein der Bewohner und des Bauherrn hin, was auch in der reichen Gestaltung des Vestibüls zum Ausdruck kommt. Es wird daher auch in sozialgeschichtlicher Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0