Wohnhaus
Stammstraße 86 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6502 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Stammstraße 86, 50823 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.05.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
1905 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit zwei Gauben und mittigem Giebelhaus; zweigeschossiger Mittelerker. Stuckfassade mit Gliederungen im Jugendstil. Fenster größtenteils original, Haustür neueren Datums.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der im Jahr 1888 zu Köln hin eingemeindete Vorort Ehrenfeld wurde ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erschlossen und gewann im Lauf der Zeit durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Stammstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, gehörte neben der Körner- und der Simrockstraße zu den ersten Straßenerschließungen des Stadtteils. Das Gebäude gehört in dieser parallel zur Venloer Straße verlaufenden schmalen Wohnstraße im Zentrum Ehrenfelds zu den wenigen qualitätvollen Zeugnissen der bis zur Kriegszerstörung weitgehend geschlossenen Bebauung. Mit seiner nahezu unveränderten aufwendigen Jugendstilstuckfassade repräsentiert es die spätere Besiedlungsphase sowohl des Straßenzugs als auch des Stadtteils, der um diese Zeit bereits zum großen Teil bebaut war. Mit dem Jugendstil, einem in Ehrenfeld seltener anzutreffenden Architekturstil, orientierte man sich an den Gestaltungsformen des "vornehmeren" benachbarten Neuehrenfeld. Das Gebäude belegt somit zum einen die architektonische Entwicklung des Stadtteils. Zum anderen weist es auf die wachsenden Ansprüche und das Selbstbewußtsein des Bauherrn hin, der das Erscheinungsbild seines Hauses dem des besser situierten Bürgers anpassen wollte. Auch als Hinweis auf die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0