Geschäftshaus

Pipinstraße 9 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6285
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungGeschäftshaus
Adresse Pipinstraße 9, 50667 Köln
Baujahr1952 bis 1953
Architekt / PlanungKarl Band und Hans Schilling
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.10.1991
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut 1952/53, Architekten Karl Band und Hans Schilling; Erweiterungsgebäude zu Heumarkt 25; 5geschossiger Stahlbetonskelettbau mit ausgebautem steilen Walmdach und Gaube, Rasterfassade (teilweise verändert, ursprünglich mit Loggien im 3. und 4. Obergeschoß), Balkon (orig. Brüstung) in der linken Achse des 2. Obergeschosses, EG weitgehend verändert, Fenster verändert, rechts gelegene Eingangstür weitgehend original, sonst Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Flur Stahlbetontreppe mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf, im EG Stütze auf quadratischem Grundriß mit Kleinmosaikverblendung, Abschlußtür (Stahl-Glas), ab 1. OG Treppenhausbelichtung durch runde, in die Wand eingefügte Glasbausteine.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Die Pipinstraße, hier ehemals Wahlgasse genannt, liegt im Zuge der auf die Stadtplanung des Dritten Reiches zurückgehenden Ost-West-Achse, eines breiten Durchbruchs der Altstadt, der als Aufmarschstraße mit Monumentalbebauung vorgesehen war. Nach dem 2. Weltkrieg nutzte die städtebauliche Neuplanung unter Rudolf Schwarz den nun vorhandenen Durchbruch. Hierbei stand jetzt, auf dem Hintergrund des anwachsenden Individualverkehrs, die Verkehrserschließung als bedeutender Gesichtspunkt im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollte dieser Abschnitt der Ost-West-Achse zwischen Neumarkt und Heumarkt, ähnlich wie der bereits seit 1946 von Wilhelm Riphahn einheitlich geplante Abschnitt im Zuge der Hahnenstraße, im Hinblick auf die Reduzierung der NS-Planungen als Boulevard gestaltet werden. Das o. g. Objekt wurde 1952/53 nach Plänen von Karl Band unter Mitarbeit von Hans Schilling im Eckbereich Pipinstraße/Heumarkt errichtet. Es steht dabei bereits in direktem Zusammenhang mit der Heumarkt-Bebauung, handelt es sich hier doch um ein Erweiterungsgebäude zum benachbarten alten Bürgerhaus (Heumarkt 25) aus dem 18. Jahrhundert. In Verbindung mit dessen Wiederaufbau durch dieselben Architekten wurde das o. g. Objekt, das mit diesem im Innern eine Einheit bildet, erbaut. Der Erweiterungsbau, der an der Pipinstraße vorspringt, hebt sich durch seine klar und sachlich strukturierte Rasterfassade deutlich als modernes Bauwerk vom alten Gebäude ab. Dennoch sind auch Verbindungen von Alt und Neu gesucht worden. So setzten die ursprünglich in den beiden obersten Geschossen befindlichen Loggien nicht nur auflockernde Akzente, sondern schufen, indem sie die Ecksituation hier auflösten, gleichzeitig auch die optische Anbindung an den Altbau. Auch das steile schiefergedeckte Walmdach stellt den Kontext zum alten Bauwerk, wie auch überhaupt zur hier einst typischen Bauweise her. Das o. g. Objekt, das noch heute die die NS-Planungen reduzierende Bebauung der Ost-West-Achse während der 50er Jahre veranschaulicht, wird somit, auch als integraler Bestandteil eines hier mit den weiteren qualitätvollen Bauten der Nachkriegsarchitektur gebildeten Ensembles, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0