Wohn- u. Geschäftshaus

Hohenzollernring 28 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6586
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hohenzollernring 28, 50672 Köln
Baujahr1885 bis 1886
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1885/86; Eckhaus zur Ehrenstraße auf winkelförmigem Grundriß; 5 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben, 3:5 Achsen, abgeschrägte Ecke mit bis ins Dachgeschoß reichenden, turmbekrönten Erker, flache Wandvorlage vom 1.-4. Obergeschoß in der Mittelachse (Ehrenstraße), Werkstein- und Klinkerfassade mit Werksteingliederungen in Anklängen an die flämische Renaissance, EG verändert; Fenster und Türen verändert. Rückseiten zum Teil backsteinsichtig, Fenster und Türen weitgehend verändert. Im Innern sind im ehemaligen Vestibül Reste von Deckenstuck sowie im Treppenhaus eine ältere Holztreppe mit schlichtem Holzgeländer erhalten. Nicht Bestandteil des Denkmals sind der neuere Aufzugturm an der Rückfront sowie die 1geschossigen Anbauten im Hinterhof.

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard", bestehend aus zehn Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Hier entstand das repräsentative Wohnviertel der Neustadt, vorwiegend bebaut mit Villen und hochherrschaftlichen Mietshäusern. Von der im wesentlichen 1883-87 errichteten Bebauung des Hohenzollernringes haben sich nur noch vereinzelte Beispiele erhalten. Zu diesen wenigen Zeugnissen der Erstbebauung gehört auch das Haus Nr. 28. Es wurde 1885/86 als Eckhaus zur Ehrenstraße, einer alten Torstraße, erbaut und prägt mit seinen Fassaden in Anklängen an die flämische Renaissance noch heute maßgeblich diese Ecksituation. Wesentliches Gestaltungsmerkmal ist beim o.g. Objekt vor allem die abgeschrägte Ecke mit dem 3geschossigen, bis ins Dachgeschoß reichenden turmbekrönten Erker. Insgesamt ist die Fassade schon durch die unterschiedlichen Materialien sehr abwechslungsreich gestaltet worden. Während die beiden unteren Geschosse gleichsam als Sockel ursprünglich ganz in Werkstein gehalten wurden - heute nur noch das 1. Obergeschoß -, herrscht in den oberen Geschossen der Klinker vor. Hierdurch hebt sich die Fassade des o.g. Gebäudes auch deutlich von der ganz in Werkstein ausgeführten des Nachbarhauses Nr. 30 ab. Auch im Ensemble mit diesem und den weiteren hier gelegenen denkmalwerten Gebäuden wird das o.g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument für die Vielfalt und den Gestaltungsreichtum der hochherrschaftlichen Gründerzeitarchitektur am Kölner Ring.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0