Wohn- u. Geschäftshaus
Hohenzollernring 30 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4759 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hohenzollernring 30, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1885 bis 1886 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1885/86, Werksteinfassade, 4 Geschosse und Dachgeschoß, 4 Achsen. Hervorgehobener Mittelrisalit mit zusammengezogenen Fenstern durch drei Stockwerke. Senkrechte Symmetriebetonung durch Dachaufbauten und Verzierung. Kannelierte Pilaster in der Mittelachse und andere Stilelemente aus der italienischen Renaissance. Schmiedeeisengitter an dem Balkonaufsatz. Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer. Vestibül, Abtritt und Podeste besonders gestaltet.
Baugeschichtlich bezeugt das in vier Achsen und vier Geschossen mit ausgebautem Dachgeschoß und Nutzungsräumen im EG angelegte Reihenhaus das Bemühen um die Anpassung des für Köln so typischen schmalen Einfamilienhauses an die neuen Bedürfnisse. Der hervorgehobene Mittelrisalit mit den zusammengezogenen Fenstern durch drei Stockwerke bewahrt das traditionelle klassizistische Hausprofil, das für die erste Welle des Ringausbaus noch typisch war. Die überwiegend senkrecht betonte Symmetrie ist durch die Dachaufbauten und der Anhäufung von Konsolen unter dem stark gekröpften Kranzgesims, bekrönt. Die kannelierten Pilaster der Mittelachse und andere, besonders in den Fensterzonen der zwei Obergeschosse angebrachte Stilelemente weisen auf die zeitbezogene Vorliebe zu der italienischen Renaissance hin. Ein hohes handwerkliches Können zeigen die Schmiedeeisengitter an dem auf Erker aufgesetzten Balkon und andere, bis hinein in das Hausinnere sich ziehende archiektonische Details. Was das Interieur betrifft sind hier besonders die stilprägend angelegte und gut erhaltene Holztreppe mit Abtritt, Podesten und dem schön gedrechselten Antrittspfosten bemerkenswert.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der nach 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, wobei die ursprüngliche Ringstraße das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten, in ganz Deutschland einmaligen urbanistischen Neugründung war. Der 6 Kilometer lange Prachtboulevard war von seinen planern, dem Aachener Architekten Josef Stübben und Karl Henrici, als eine "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung angelegt. Besonders in den mittleren Teilen der Ringe, zu dem auch der Hohenzollernring angehört, waren vor allem die repräsentativen Bauten, in denen nach Kölner Tradition nur eine Familie wohnte, bevorzugt. Die Einmaligkeit der meisten dieser stilvollen Häuser, in denen sich eine Epoche der Kulturgeschichte und des Städtebaus selbst darstellt, hat sich durch die folgenden Umbauten und Zerstörungen enorm erhöht.
Städtebaulich ist das o. g. Wohnhaus wichtig im Zusammenspiel mit dem prallel angelegten Haus Nr. 28 und anderen, teilweise schon seltenen ursprünglichen Zeugnissen der Gründungswelle der Ringbauten. Sie bewahren das historische Erscheinungsbild der Straße und ermöglichen es, die einmalige Geschichte des Kölner Neuaufbaus um die Jahrhundertwende bis heute noch erlebbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0