Wohnhaus (nur Fassade)

Friesenwall 29 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3032
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus (nur Fassade)
Adresse Friesenwall 29, 50672 Köln
Baujahr1883 bis 1884
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.07.1985
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1883/84, dreigeschossig gegliedert, 6 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance; im Bereich des EG verändert, Fenster nach historischem Vorbild erneuert.

Die Fassade kennzeichnet eine strenge, klar ablesbare Gliederung. Mit der Betonung der rechten Außenachse durch einen flachen Risaliten mit Torbogen und Zwillingsfenstern ist sie asymmetrisch geordnet. Die horizontale Gliederung erfolgt durch Gesimse. Ein besonderes Charakteristikum der Fassade besteht in ihrem Baudekor in Form der Rahmung der Fenster: Pilaster flankieren die Fensteröffnungen, auf ihnen ruht die profilierte Gesimsverdachung. Das Risalitfenster im 2. Obergeschoß erhielt statt des Gesimses einen Dreieckgiebel als bekrönenden Abschluß.

Die Fassade ist der erhaltene Teil eines Großwohnhauses, das baugeschichtlich als Kölner Variante dem Wohnmiethaus zuzuordnen ist. Ortsgeschichtlich dokumentiert sie die ursprüngliche Bebauung der zur Kölner Neustadt gehörenden Straßenseite des Friesenwalls um 1883/84. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben 1881 begonnene Stadterweiterung der Kölner Neustadt gilt als das bedeutendste Stadtbauprojekt des 19. Jahrhunderts in den Rheinlanden. Industrialisierung und das Anwachsen der Bevölkerung bedingten eine Ausweitung der Stadt über die mittelalterliche Stadtmauer. Nach deren Niederlegung im Mittelabschnitt begann unmittelbar die Erschließung der Neustadt-Seite des Friesenwalls, deren historische Bauten exemplarisch eine für Köln entscheidende Entwicklungsphase vergegenwärtigen. Städtebaulich wichtig ist die Fassade auch wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem Denkmalensemble (Haus Nr. 31-33, 44, 52-56, 58, 62-66, 72-76), das in seiner Dichte den zwischen Breite Straße und Palmstraße gelegenen Abschnitt des Friesenwalls entscheidend prägt. Indem die Fassade in den Architektur- und Dekorformen mit den vorgenannten Altbauten korrespondiert, fügt sie sich in dieses Ensemble und trägt somit zu dem weitgehend übereinstimmenden Erscheinungsbild des Strassenraumes bei.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0