Wohn- u. Geschäftshaus
Frankfurter Straße 66 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6595 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Frankfurter Straße 66, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1992 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1895 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss, 3 Achsen, Stuckfassade mit Stilanklängen an den Barock und Rokoko. EG und Haustür verändert, Fenster original. Im Inneren original erhalten: im Vestibül und Flur ornamentierter, rotgerahmter Terrazzoboden, im Vestibül Hohlkehlendecke, Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, fast alle Wohnungseingangstüren und ehem. Aborttüren, in den Wohnungen zahlreiche Zimmertüren, Dielenböden, vereinzelt Deckenstuck.
Rückseite: neue Putzfassade, seitlicher 4geschossiger Anbau verputzt, Fenster weitestgehend original.
Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Industrieanlagen führte. Die Frankfurter Straße wurde bereits 1768 als Frankfurter Heerstraße ausgebaut und verlief als Handelsstraße von Mülheim nach Frankfurt. Besonders nachdem man 1910 die Eisenbahnlinie und den Bahnhof an die Peripherie der Stadt Mülheim verlegt hatte, wurde auch die Frankfurter Straße als Wohnstraße erschlossen.
Obiges Gebäude ist integraler Bestandteil dieser heutigen Hauptgeschäftsstraße von Mülheim und gehört als eines der in dieser Straße nur wenigen erhaltenen historischen Bauten zu den ortsgeschichtlich unverzichtbaren Häusern Mülheims. Bereits vor der Jahrhundertwende errichtet, dokumentiert es mit dem Haus Nr. 80 städtebaulich die frühe, im östlichen Abschnitt beginnende Erschließung der Frankfurter Straße. Bauhistorisch bedeutend ist es als Zeugnis eines Dreifensterhauses, welches die in diesem Abschnitt vorherrschende Bebauung auf schmalen Grundstücken widerspiegelt. Für die spätere Bebauung zwischen Lassalle- und Merkerhofstraße waren breitere Grundstücke ausgewiesen worden. Baukünstlerisch zeichnet sich das Haus Frankfurter Str. 66 durch eine sparsame, in der Beletage aber wirkungsvolle Stuckverzierung aus, die mit Muschel- und Rocaillemotiven Elemente des Barock und Rokoko entlehnt - Motive, die in der von Neurenaissance und Jugendstil bestimmten Gründerzeitbebauung Mülheims nicht häufig vertreten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0