Wohn- u. Geschäftshaus

Brandenburger Straße 21 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6746
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Brandenburger Straße 21, 50668 Köln
Baujahr1878
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.03.1993
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1878 (inschr. dat.), 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Mittelgiebel sowie neueren Dachflächenfenstern, Betonung der Mittelachse durch Balkon mit originalem schmiedeeisernen Brüstungsgitter sowie flache Wandvorlage (1.-2.OG); Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, Fenster und Balkontür verändert, ein Kellerfenster mit originalem schmiedeeisernen Gitter, Haustür mit der Treppe weitgehend original. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig (EG geschlämmt), Fenster weitgehend verändert (im EG des Anbaus originale Fenstergitter), Tür original. Im Innern original erhalten: im Vestibül mosaikartiger zweifarbiger Fliesenboden, Stuck am Stützbogen; im Flur mosaikartiger zweifarbiger Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, weitgehend Wohnungseingangstüren. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfriedungsmauer aus Backstein (geschlämmt). Nicht denkmalwert ist die neuere Überdachung des Hinterhofs.

Die Brandenburger Straße wurde während der Amtszeit von Stadtbaumeister Johann Peter Weyer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt, als im Zusammenhang mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Bevölkerungswachstum die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels bebaut wurden. Das hier gelegene o. g. Objekt bewahrt als eines der letzten die ursprüngliche Maßstäblichkeit sowie das historische Erscheinungsbild an der Brandenburger Straße. Bei der Fassadengestaltung vorwiegend im Stil der Neurenaissance ist vor allem die Mittelachse besonders hervorgehoben worden. Flache Wandvorlage und gesprengter Giebel fungieren hier gleichsam als Mittelrisalitandeutung. Der Balkon mit dem aufwendig gestaltetem schmiedeeisernen Brüstungsgitter weist auf das einst hier befindliche Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen, hin. Das o. g. Objekt, 1878, also noch vor der umfassenden gründerzeitlichen Bebauungsphase im Rahmen der Stadterweiterung (ab 1881) entstanden, dokumentiert den Prozeß der Verstädterung in der nördlichen Altstadt im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Auch als eines der wenigen Gebäude der Kölner Altstadt, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben, ist obiges Gebäude somit unverzichtbar und unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0