Wohnhaus
Siemensstraße 34 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6765 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 34, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.04.1993 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Eckhaus zur Eichendorffstraße, erbaut 1910 (inschr. dat.) von Architekt Herrmann Mohr; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (nach Kriegszerstörung verändert wiederaufgebaut); Putzfassade mit sparsamen Stuckgliederungen in Anklängen an Jugendstil und Neoklassizismus (EG mit Fugenschnitt); Sattel- bzw. Walmdach (ehem. Mansarddach) mit neuen Gauben. Fassade zur Siemensstraße: 5 Achsen, 2achsiger Mittelrisalit mit betontem Hauseingang, Dachterrasse auf Risalit (neues Geländer). Fassade zur Eichendorffstraße: 3 Achsen, Eckrisalit. Fenster und Haustür verändert. Rückfront: verputzt, neue Balkonanlagen. Im Innern original erhalten: Terrazzoboden und -stufen im Eingangsbereich, schwarz-weißer Fliesenboden im Bereich des Treppenhauses, Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit der erhaltenen Einfriedung.
Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Ehrenfeld aus erschlossen. Die Siemensstraße wurde auf Initiative des Stadtverordneten Franz Zilkens nach der Jahrhundertwende als Verbindungs
straße zwischen Subbelrather und Nußbaumer Straße angelegt und im wesentlichen um 1910 bebaut. Wie die Eichendorff
straße war der Teilbereich der Siemensstraße, an dem sich o. g. Objekt befindet, als Wohnviertel für gehobene Ansprüche vorgesehen. Die herrschaftlichen Mehrspännermietshäuser sind variationsreich gestaltet und werden durch vielfältige Fassadenvor- und -anbauten - Erker und Risalite - sowie Blendgiebel unterschiedlicher Formgebung reich geschmückt. Vorgärten und der Baumbestand der Straße bereichern das Straßenbild zusätzlich. In diesem außergewöhnlich gut erhaltenen Straßenensemble stellt o. g. Gebäude einen wichtigen integralen Bestandteil dar, wobei es als Eckhaus - mit Ansichtsseiten zur Siemens- und Eichendorffstraße - einen besonderen - auch städtebaulichen - Wert besitzt. Mit den zeitgleich erbauten Nachbarhäusern dokumentiert es die Bebauung um 1910 - in seinem reduzierten Schmuckaufwand die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen widerspiegelnd. Auch als Zeugnis für den Formenreichtum der Neuehrenfelder Mietbebauung des frühen 20. Jahrhunderts sowie als Beleg für das Schaffen eines bestimmten Architekten - auch die angrenzenden Bauten in der Eichendorffstraße wurden von Herrmann Mohr entworfen - wird das o. g. Gebäude, trotz Veränderungen beim Wiederaufbau des Dachgeschosses, zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0