Wohnhaus

Eichendorffstraße 31 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2076
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eichendorffstraße 31, 50823 Köln
Baujahr1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.11.1983
Stadtteil Neuehrenfeld

Das 1909 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Die Anlage und Bebauung der Eichendorffstraße erfolgte im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts. Abseits der großen Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstanden in Neuehrenfeld reine Wohngebiete. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg wurde eine axiale Straßenführung mit verschiedenen Plätzen angelegt und mit aufwendigeren Miethäusern bebaut. Im Gegensatz zur Bebauung im südlichen Teil Ehrenfelds mit bescheidenen und einfach ausgestatteten Mietbauten für Bewohner, die in den anliegenden Industriebetrieben beschäftigt waren, wurden im nördlichen Gebiet schon aus standortbedingten Gründen anspruchsvollere Grundstücke für Mieter mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen bebaut.

Das dreigeschossige, fünfachsige Miethaus mit Giebelgeschoß und Mittelrisalit zeichnet sich durch einen streng symmetrisch angelegten Fassadenaufriß aus. Die massive Bossenquaderung des Erdgeschosses ist in den Obergeschossen des Risalits aufgenommen. Die Seitenachsen der beiden Obergeschosse sind übergreifend durch eine pilaster-artige Gliederung unterteilt. Die dreifach gekehlten Felder zwischen den Fenstergeschossen sind mit diamantierten und ornamentierten Applikationen versehen. Neben zehn Reliefs mit Löwenköpfen im Erdgeschoß ist ein fein ausgearbeitetes, verhältnismäßig großes Relief zwischen den Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoß des Risalits hervorzuheben, das einen Reigen tanzender jüngerer Mädchen zeigt. Das profilierte Gesims zwischen Erdgeschoß und erstem Obergeschoß zeigt ein Mäanderband, das Traufgesims ist fein abgetreppt. Neben einem zurückhaltenden Rahmenprofil um den gestelzten Rundbogengiebel ziert ein Eierstab als Einfassung des Thermenfensters den ansonsten schlichten Giebel. Insgesamt ist der Dekor der Fassade eine Mischung streng antikischer Motive mit Elementen des Jugendstils.

Im Inneren des Hauses weisen schon die vier zum Hochparterre führenden Marmorstufen auf eine stattlichere Ausstattung hin. Eine gewölbe-übergreifende Stuckbänderung mit Kannelur über einer Fliesenzone schmückt den Eingangsflur. Verhältnismäßig aufwendig gestaltete Stuckdecken mit Hohlkehlen und Rosetten schmücken die Wohnräume.

Der Vorgarten des Hauses wird von einem Zaun aus Schmiedeeisen eingefriedet, der Eingang zum Grundstück von zwei stattlichen Steinpfosten flankiert.

Die originale Bebauung der Eichendorffstraße ist geprägt von nahezu identischen Haustypen, die durchgehend drei Geschosse, drei bis vier Achsen, Risalit sowie Ziergiebel aufweisen. Jedes Haus hat dennoch seinen ganz eigenen Charakter durch leichte Varianten in der Fassadensymmetrie, durch eine ganz unterschiedliche, dekorative Fassadengestaltung in Putz und Abwechslung in der architektonischen Gliederung. Dadurch entsteht ein ebenso in sich abgeschlossenes wie lebendiges Straßenbild, dessen Ensemble-Wirkung durch Unterschutzstellung der einzelnen Objekte, abgesehen von deren individuellem Denkmalwert, unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0