Villa

Strundener Straße 100 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8154
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVilla
Adresse Strundener Straße 100, 51069 Köln
Baujahrum 1930
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.09.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1930 für den Oberstadtsekretär Richard Redell.

Eingeschossiger traufständiger Backsteinbau mit Bruchsteinsockel und ausgebautem ziegelgedecktem Walmdach. Stichbogenfenster bzw. Austritte mit originalen Gliederungen komplett erhalten.

Straßenfassade: Dreiachsig; originale Eingangstür (Holz mit großflächiger Verglasung) in der Mittelachse mit segmentbogiger, profilierter Trachytrahmung und halbrundem dreistufigen Bruchsteintreppenpodest. Im Dachgeschoß 3 verschieferte Dachhäuschen.

Rechte Seitenansicht: Einachsig, segmentbogige Nebeneingangstür (Zugang zur Küche) aus Eiche mit ornamentaler Verstabung. Daneben liegt der Kellerabgang mit einer waagerecht verbretterten Tür (original).

Linke Seitenansicht: Zweiachsig; im Dach ein Dachhäuschen wie in der Front.

Rückansicht: Zweigeschossig, da Krüppelwalm, mit Terrassenvorbau (Bruchstein) vor der linken Achse und auf Pfeilern aufsitzendem Balkon mit Gitterbrüstung. Zwei zweiflügelige Terrassentüren mit originaler Gliederung und Schlagläden. In der Mittelachse des Daches eine Fledermausgaube.

Einfriedung: Jägerzaun mit seitlichen Bruchsteinpfeilern.

Innen original: Keller mit Betonkappendecke und -treppe. Entrèe: Großformate Solnhofener Platten; Treppenhaus: Holztreppe mit mehrfach eingeschwungenem Antrittspfosten. Grundrisse in allen Geschossen weitgehend erhalten. In den Wohnräumen größtenteils Dielenböden, im Wohnzimmer Parkett.

Der große Garten ist bis zu der heckenartigen Unterteilung auf dem rückwärtigen Grundstück Teil des Denkmals.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort entwickelte sich auch durch den Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln mit Eisen- und Straßenbahnlinien. Der Bergisch-Gladbacher Straße kam dabei als Ost-West-Verbindung besondere Bedeutung zu. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entstanden um diese Zeit viele Wohngebäude von finanziell starken "Stadtflüchtlingen". Diese Entwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, ging aber ab 1920 nahtlos weiter. Es entstanden mit geschlossenen Villenvierteln (z. B. Thielenbruch) auch viele Einzelbauten, die auf vorhandenen Restgrundstücken entlang wichtiger Verkehrswege wie der Strundener Straße erbaut wurden. Sie spiegeln noch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit und veranschaulichen das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen in städtischer Randlage .

Die Strundener Straße verläuft auf der Flußterrasse nördlich des Strunderbaches, der bei Herrenstrunden am Westrand der Bergischen Höhen entspringt. An seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf befanden sich ehemals mindestens 51 Mühlen (seit dem 14. Jh. belegt), denen auch die Ortschaft Strunden ihre Existenz verdankte. Zu den Mühlen gehörten oftmals Herrenhäuser wie Haus Thurn oder Isenburg - ehemalige Wasserburgen, deren Gräben aus dem Bach gespeist wurden. Das um 1930 errichtete Haus Strundener Straße 100 gehört zu einer umfangreichen Reihe repräsentativer, mit unterschiedlichen Stilelementen gestalteten Villen auf beiden Straßenseiten. Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Haus als Dokument der stadtkölnisch beeinflußten Siedlungsentwicklung Dellbrücks in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts. Diese hat nicht nur den Siedlungsbau entlang der Bergisch Gladbacher Straße und der Dellbrücker Hauptstraße bewirkt, sondern auch zum Bau villenartiger Landhäuser an der Thurner- und Strundener Straße geführt. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäuder zeigt eine fortschrittliche Form des in den 30er Jahren in Deutschland gebräuchlichen Heimatstils (z. B. Verwendung von Back- und Bruchstein, segmentbogige Fensteröffnungen), der nach dem Krieg wenig verändert als 50ér Jahre Architektur fortbestand. Das Haus ist ein Beispiel für das charakteristische Nebeneinander von ländlich und städtisch beeinflußter Bebauung in dieser Straße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0