Wohnhaus

Pferdmengesstraße 24 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6891
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Pferdmengesstraße 24, 50968 Köln
Baujahr1950 bis 1951
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.08.1993
Stadtteil Marienburg

Erbaut 1950/51 von den Architekten Paul Pott und Gottfried Böhm, freistehender mehrflügeliger Bau auf verwinkeltem Grundriß, 2 Geschosse, Putzfassade, Hauseingang mit Werksteinrahmung; Rückfront mit eingeschossigem Anbau mit Dachterrasse (orig. Metallgeländer, neue Bodenplatten), flach geneigte Satteldächer; im wesentlichen originale Fenster, originale Haustür (Metall/Glas). Garage und pergolaartiger Verbindungstrakt (Bodenbelag Backstein) mit Satteldach.

Im Innern original erhalten: Grundrisse größtenteils (geringfügige Veränderungen durch neue Büronutzung); im EG: Solnhofener Platten in Eingangsbereich und Diele, Parkettböden, 1 Kamin, Fensterbänke in Naturstein; Natursteintreppe mit Metallgeländer, Zimmertüren. Bestandteil des Denkmals ist auch die Gartenanlage (z. T. mit Bruchsteinplatten) mit Vorgarten und die zeitgenössische Grundstückseinfriedung.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, historische und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Pferdmengesstr. 24 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Og. Objekt wurde als Wohngebäude für Generäle der englischen Besatzungsmächte 1951 von den Architekten Gottfried Böhm und Paul Pott errichtet. Seitens des Bauherrn - der GAG Köln - wurden lediglich Vorgaben bezüglich Raumangebot und Grundrißdisposition gemacht, Ausführung und Detailplanung lagen in der Hand der Privatarchitekten, die sich im Rahmen eines Architektenwettbewerbs qualifiziert hatten. So entstanden in bezug auf die Verteilung des Bauvolumens ähnliche, in Einzelformen jedoch differenziert gestaltete Wohnhäuser, bei denen die individuelle Handschrift des jeweiligen Architekten durchaus ablesbar ist. Die rennomierten Kölner Architekten Böhm und Pott haben hier ein in Gesamtkonzeption und Detailausführung repräsentatives Wohngebäude geschaffen, das den hohen Wohnansprüchen der englischen Generäle standhielt. Ein wichtiges Kriterium war dabei auch die enge Verbindung von Haus und Garten, was sich in der reichen Öffnung der Rückfront ausdrückt. Auch als historisches Dokument für die Besatzungszeit in Köln und Zeugnis für die Stilentwicklung der 50er Jahre ist og. Objekt somit unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0