Wohn- u. Geschäftshaus

Gladbacher Straße 48 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6944
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gladbacher Straße 48, 50672 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.10.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1890, 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß mit 3 Gauben, Backsteinfassade (geschlämmt) mit Stuckgliederungen, linke Achse mit Wandvorlage leicht hervorgehoben, EG mit Gaststätte verändert (verklinkert). Rückfront mit Hinterhaus (polychrome Backsteinfassade mit Gliederungen) und 1geschossigem Bauteil (verklinkert, mit Hauseingang - Haustür erneuert - und Dachterrasse) zur Erftstraße. Fenster erneuert. Im Inneren original erhalten: Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf (EG-1.OG), Holztreppe (Stufen mit Linoleum belegt) mit gedrechseltem Geländer (ab 1. OG), z. T. Wohnungs- und Zimmertüren sowie Gewände.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Die Gladbacher Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße und Teil der Subbelrather Straße, begrenzt das mit der Anlage der Neustadt ab 1881 entstandene sogenannte "Westend", ein sich westlich der Ringe zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße ausdehnendes gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Sie wurde zum Teil um 1890, zum Teil erst um 1900 bebaut. Das um 1890 errichtete Haus Nr. 48 gehört zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung an der Gladbacher Straße. Es ist integraler Bestandteil eines mit den weiteren hier auf dieser Straßenseite noch erhaltenen Gebäuden (Nr. 30, 40 und 42) gebildeten Ensembles. Das Wohn- und Geschäftshaus weist eine zurückhaltendere Fassadengestaltung auf, die wesentlich durch den Materialwechsel zwischen Backstein und Stuck charakterisiert wird; die linke Achse wird durch eine Wandvorlage und die gekuppelten Fenster leicht hervorgehoben. Das o. g. Gebäude, das die Maßstäblichkeit der Bebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gladbacher Straße bewahrt, ist im Hinblick darauf und als Dokument der Architekturentwicklung der Gründerzeit unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0