Wohnhaus
Von-Groote-Straße 38 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7177 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Von-Groote-Straße 38, 50968 Köln |
| Baujahr | 1956 bis 1957 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.08.1994 |
| Stadtteil | Marienburg |
1956/57 erbaut, Architekten: Hanns Koerfer und Heribert Multhaupt, Köln; freistehendes Haus auf unregelmäßigem Grundriß, im Norden bis an die Grundstücksgrenze reichend.
1 - 2 Geschosse, Flachdach; Backsteinfassaden (weiß gestrichen); rechteckiger Hauseingang auf der Ostseite, originale Haustür aus Metall, originale Außenlampe neben dem Eingang, flaches Vordach auf 1 Eckstütze von 1961; rechteckige Fensteröffnungen, originale Fenster mit Rolläden; vorderer östlicher Gebäudeteil mit Dachterrasse mit originalem Brüstungsgeländer aus Metall; rückwärtiger nordwestlicher Gebäudeteil mit Doppelgarage; im Eckbereich zwischen mittlerem und hinterem Gebäudeteil auf der Südseite überdachter Sitzplatz und breiter Kamin aus Naturstein; originale Fallrohre der Dachentwässerung, originaler Plattenbelag des Vorplatzes, Vorgarten und umgebender Garten: straßenseitig originale Einfriedung (Metallzaun, teilweise an den Ecken Reste einer älteren Einfriedung); unregelmäßige Gartengestaltung mit Rasenflächen, Büschen und Bäumen (teilweise alter Baumbestand) und Randbeeten mit geschwungenen Kanteneinfassungen aus Bruchstein.
Der Stadtteil Marienburg entstand seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf Initiative des Kölner Industriellen Ernst Leybold, der 1868 den Gutshof "Marienburg" von der Bankiersfamilie Oppenheim erworben und 1879 zu einem Ausflugsrestaurant umgebaut hatte. Gefördert durch die Eingemeindung nach Köln 1888 erfolgte der Ausbau der landschaftlich reizvollen Gegend zu einem geschlossenen Villenviertel, das vom Rheinufer bis zur Bonner Straße reicht und auch das Gebiet nördlich des 1899 angelegten Bayenthalgürtels sowie den Bereich um den 1898-1901 entstandenen Südpark umfaßt. Die Hauptausbauzeit Marienburgs - mit Bebauung durch Großvillen, die in Parks eingebettet waren, und Doppelvillen - lag vor dem Ersten Weltkrieg, wurde in den 20er Jahren durch kleinere Villengebäude und Reihenhäuser fortgesetzt und aufgrund erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg in den 50er und 60er Jahren ergänzt. Marienburg gehört zu den wenigen noch geschlossenen Villengebieten Deutschlands mit einheitlicher Planung von Architektur und Grünanlagen. Eine hohe architektonisch-künstlerische Qualität ist allen Bauten Marienburgs eigen. Der Charakter der "Villen-Kolonie" konnte auch in der Nachkriegszeit durch entsprechend niveauvolle Wohnbauten für gehobene Ansprüche gewahrt bleiben. Mit o. g. Gebäude Von-Groote-Str. 38 entstand in den 50er Jahren anstelle eines kriegszerstörten Gebäudes der Neubau eines Einfamilienhauses auf einem großzügig bemessenen, zwei Parzellen umfassenden Grundstück, das eine niedrige Bebauung bei verhältnismäßig großer Flächenausdehnung erlaubte. Die von den namhaften Architekten Hanns Koerfer und Heribert Multhaupt entworfene Architektur beruht auf klaren kubischen Formen. Der Baukörper ist in drei flach gedeckte Bauteile unterschiedlicher Geschossigkeit gegliedert. Betont schlicht und schmucklos wirken die weiß gestrichenen Backsteinfassaden mit ihren rechteckigen, teils streng in Reihen angeordneten Fenstereinschnitten. Gestalterisch wirksame Details sind sparsam verwendet - etwa die horizontalen bandartig umlaufenden, senkrecht vermauerten Steinlagen oberhalb der Fensteröffnungen oder die technisch notwendigen Fallrohre der Dachentwässerung. In seiner Reduzierung und Konzentration auf das Wesentliche entspricht der Bau einer die 50er Jahre kennzeichnenden Architekturauffassung, die sich an Prinzipien des Neuen Bauens der 20er Jahre orientierte. Da er im Vergleich mit den übrigen aus der Nachkriegszeit stammenden Bauten in Marienburg, die eher einer konservativen Haltung verpflichtet sind, einen zeittypischen fortschrittlichen Baustil vertritt, besitzt er gerade in diesem Stadtteil besondere Bedeutung. Dank seines weitgehend in originaler Substanz einschließlich des umgebenden Gartens erhaltenen Erscheinungsbildes dokumentiert das o. g. Haus Von-Groote-Str. 38 als unverzichtbares Beispiel die Wiederaufbauphase Marienburgs nach 1945.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0