Wohnhaus
Leostraße 44 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7456 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 44, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.04.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut um 1893; 3 Geschosse; ausgebautes Satteldachgeschoß (originale Gauben neu verkleidet); 4 Achsen (Eingang in der rechten Gebäudeachse); Backsteinfassade mit starkplastischer Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance. Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG / 1. OG), verkröpfte Sohlbankgesimse und vorkragendes Dachgesims; EG: kräftig profilierte Quaderstruktur, Konsolen (mit Wappenschildern verziert); 1. OG: Rundbogenfenster mit aufwendig gestalteten Rahmungen, Verdachungen und Brüstungsfeldern (Außenachsen mit 3/4-Säulen ädikula-artig gefaßt); 2. OG: profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen (Außenachsen durch Konsolen betont); Fenster original; Eingangstür erneuert; Rückfront: komplett verputzt; rechter Hand vorgestufter Treppenhaustrakt, linker Hand ausgebaute Bäder, dazwischen Balkone; Kellerabgang vom Hof mit originaler Tür; Treppenhausfenster erneuert, Hoffenster teilweise erneuert bzw. repariert; Dachgeschoßausbau nach Kriegsschaden. Innen original: weitgehend Grundrisse; gemauerter Gewölbekeller mit teilweise erhaltenem Backsteinboden; mehrfarbige Bodenfliesen im Vorflur/Treppenhaus; Unterzug mit profiliertem Rundbogen verblendet (Kartuschen im Scheitelpunkt), auf Kämpfer ruhend; hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten; z. T. Fußleisten EG und Treppenhaus; Stuck in einem Straßenraum im EG; Bestandteil des Denkmals sind auch die seitlichen Teile der hofseitigen Einfassungsmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer- und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar.
Für das o. g. Gebäude typisch ist die starke Betonung der Horizontalen durch profilierte Stockwerks- und Sohlbankgesimse, wodurch die an italienischen Stadtpalästen orientierte Stockwerkseinteilung in Verbindung mit der völlig verschiedenartigen Gestaltung der einzelnen Geschosse wirksam wird. So ist das EG durch eine stark profilierte, aufgeputzte Quaderstruktur als Sockelgeschoß charakterisiert, das 1. OG durch aufwendige Fensterrahmungen und -verdachungen als "piano nobile" und das wesentlich zurückhaltender gestaltete 2. OG als eine Art Attikageschoß.
Maßgeblich unterstützt wird der repräsentative Eindruck des Gebäudes durch das reiche Bauornament. Dies größtenteils aus der Antike stammenden, in der Renaissance modifizierten und im Historismus des 19. Jahrhunderts umgewerteten Bau- und Schmuckformen werden die grundsätzlich schlichte Baustruktur repräsentativ auf, wodurch des o. g. Objekt als integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Bebauung der
Leostraße seine das Straßenbild maßgeblich mitbestimmende Erscheinung erhält und somit zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0