Wohnhaus

Leostraße 38 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7383
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 38, 50823 Köln
Baujahr1891 bis 1892
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

1891/92 erbaut; 3 Geschosse; 1945/46 ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen; Backsteinfassade mit reicher Stuckgliederung in Anlehnung an Renaissance-Formen; Eingang (Eingangstür erneuert) in der rechten Hausachse; linke Achse durch paarweise zusammengefaßte Fenster akzentuiert; EG durch stark profilierte Lagerfugen als Sockelgeschoß ausgezeichnet; Rundbögen mit Konsolen im Scheitelpunkt (maskengeschmückt); im 1. OG linker Hand 2 pilastergerahmte Rundbogenfenster mit Gesimsabschluß; die beiden rechten Fenster mit Giebeln bekrönt; im 2. OG schmale Pilasterrahmung der linken Fenster mit Konsolen und bekrönendem Gesims; schlichtes Sohlbankgesims; schadhaftes Dachgesims; 3 orig. Dachgauben; Fenster im 1. OG original; Rückfront: 3 Achsen (rechter Hand im Treppenhaus - u. WC-Bereich vorgestuft); backsteinsichtig, stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; 2 Dachgauben; Innen original: Treppenanlage in Holz, Bodenfliesen im Vorflur u. Treppenhausbereich; weitestgehend Originalgrundrisse; EG und OG mit abgehängten Decken; Wohnungseingangstüren (Außenseiten verkleidet); gemauerter Gewölbekeller mit Backsteinboden. Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o.g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar.

Die Stockwerkseinteilung des Hauses in ein durch tiefe Lagerfugen gekennzeichnetes Sockelgeschoß und ein repräsentatives, durch architektonische Detailformen betontes "piano nobile" entsprach den Vorstellungen der Renaissancearchitekten bei der Planung von Stadtpalästen, was Rückschlüsse auf das gesteigerte Geltungsbedürfnis der Bauherren in der Leostraße gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts zuläßt.

Das eigene Wohnhaus sollte einerseits Blickfang sein und sich andererseits in das Straßenbild einfügen. Beim o.g. Objekt werden Detailformen wie Konsolen, Pilasterrahmungen und Fensterverdachungen derart kombiniert und variiert, daß eine individuell gestaltete Fassade entsteht, wobei die Baumaterialien, Geschoßeinteilung und Fluchtlinie zu einer Vereinheitlichung führen. Diese Gestaltungsabsicht läßt sich in der gesamten Leostraße nachweisen, weshalb das o.g. Objekt als typisches Beispiel dieser homogenen Bebauung unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0