Wohnhaus
Florastraße 47 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7407 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Florastraße 47, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1910, 3 Geschosse, Attikageschoß mit Dachaufbau in Form eines Giebels, 2 Achsen, Erker auf rechteckigem Grundriß in den beiden Obergeschossen, Balkon im Dachgeschoß. Mansardgiebeldach, Dachaufbau mit Satteldach. Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anlehnung an Formen des Klassizismus, Sockelbereich erneuert in Spritzputz. Hauseingang links, ohne Einfassung mit segmentbogigem Abschluß, hochrechteckige Fensteröffnungen in allen Geschossen, originale, in den Oberlichtern sprossengeteilte Fenster. Im Lichtschacht originale Fenster mit teilweiser Bleiverglasung. Rückseite: verputzt, originale Fenster. Treppenhaus: originale Holztreppe mit Anstoßpfosten, Geländer und Handlauf, Terrazzoboden, Treppenpodeste mit Bodenfliesen in schwarz/weißem Schachbrettmuster. Im Inneren original erhalten: Holzdielenböden, Stuckdecken z. T. erhalten: in den straßenseitigen Räumen reicher als in den hofseitigen. Originale Türen und Türgewände. Einfriedungsmauer nicht Bestandteil des Denkmals.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Florastraße - wie ihre westliche Verlängerung, die Mauenheimer Straße -, aus einem alten Flurweg hervorgegangen, ist noch weitgehend geprägt durch Gebäude dieses Zeitraums und durch die genannten Architekturformen. Das Haus Florastr. 47 ist ein typisches Beispiel für die oben genannte gehobene Mietwohnungsarchitektur der ersten Jahre unseres Jahrhunderts. Aufgrund des weitgehend erhaltenen Originalzustands, insbesondere der zurückhaltenden Fassadendekoration (Dekorationsformen: gerahmte rechteckige, farbig abgesetzte Wandfelder, farbig abgesetzte rautenförmige Putzflächen im Attikageschoß, Schmuckleisten am Erker), der originalen Fenster und großen Teile der Interieurs ist es für das Gesamterscheinungsbild der Florastraße ein erhaltenswertes Zeugnis der Wohnbebauung des Stadtteils Nippes.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0