Wohnhaus
Lenauplatz 12 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7750 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lenauplatz 12, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut um 1905; nahezu quadratischer Grundriß mit rückwärtigem Seitenflügel; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (Neuausbau Anfang 80er Jahre) mit 2 originalen Dachhäuschen (Verkleidungen erneuert) und Zwerchhaus; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugenstil (Kombination/Überformung von klassizistischen und Jugendstilelementen: horizontale Lagerfugen im EG, giebelförmige Fensterverdachungen im 1. OG, strenge hochrechteckige Fensterformen); profilierte Fensterrahmungen im 2. OG nicht mehr vorhanden; Betonung der rechten Gebäudeachse durch gekoppelte Fenster (1./2. OG) und Zwerchhaus; Horizontalgliederung durch Stockwerk- (EG), Sohlbank- (1./2. OG), Drempel- und Traufgesims; Eingangstür und Fenster erneuert.
Rückfront: 3 (Vorderhaus) : 2 (Seitenflügel) Achsen; backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen durch gelben Backstein); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert (Fenster an der Stirnwand Seitenflügel nicht original); Gauben neu verkleidet, bzw. erneuert; Hoftür original.
Innen original: Terrazzobelag im gesammten Treppenhaus (mit Bordüre); Stuckrosette im Vorflur; Treppengeländer und Handlauf in Holz; Fußleisten im Treppenhaus; Grundrisse im 1./2. OG weitgehend original (Badezimmereinbauten, im 1. OG 2 Räume des Seitenflügels zu einem großen Raum zusammengelegt), im EG (Umnutzung zu einer Arztpraxis mit separater, neuangelegter Kellertreppe) und DG verändert; Böden im 1./2. OG mit
Spanplatten verkleidet, Decken abgehängt.
Bestandteil des Denkmals ist auch die backsteinsichtige dreiseitige Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.
Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich dann als siedlungsförderndes Element. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna (1896 erbaut) und der fast gleichzeitigen Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Hauff- und Landmannstraße und am 1902 ebenfalls von Schlösser angelegten Lenauplatz. Aus dieser Zeit datiert auch das o. g. Objekt, das gemeinsam mit einer Reihe weiterer Bauten den Lenauplatz in seiner städtebaulichen Bedeutung definiert. Die Platzrandbebauung ist vorwiegend durch dreiachsige Gebäude charakterisiert, deren Fassaden durch Erker, Dachaufbauten und gekoppelte Fenster betont werden.
Als integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Ursprungsbebauung trägt das o.g. Objekt wesentlich zum Verständnis der historischen Entwicklung Neuehrenfelds bei und stellt ein unverzichtbares bauliches Dokument dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0