Wohnhaus

Kleiststraße 4 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7574
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kleiststraße 4, 50825 Köln
Baujahr1900 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Ca. 1900/1905 erbaut; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (Gauben und Dachaufbau verändert); 3 Achsen (Eingang rechts); Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Kombination von Neugotik und Jugendstil; Mittenbetonung durch Erker (mit bekrönendem Balkon); nach Stockwerken variierende Fensterrahmungen (EG: profilierte Rahmung, Mittelfenster dreiteilig; 1. OG: stark profilierte Rahmungen und Verdachungen mit Entlastungsbögen und ornamentierten Brüstungsfeldern; Erkerfenster mit Vorhangbögen; 2. OG: stark profilierte Fensterrahmungen mit Flachbögen); Eingangstür mit Wandvorlagen gerahmt, dreiteiliges Oberlicht und Giebelbekrönung mit Maskenornament; Drempelzone mit neugotischer Blendarkatur; Fenster und Eingangstür original; Rückfront: 3 Achsen (links leicht vorgestuft); backsteinsichtig, gelb abgemauerten Stichbögen (Treppenhausfenster rundbogig) und Horizontalgliederung; Wintergarten (EG) und Balkone im Bereich der beiden rechten Achsen; Wintergarten teilweise erneuert (Aufgang vom Hof mit originalem Metallgeländer); Balkone mit originalen Metallgittern; Fenster/Fenstertüren/Hoftür mit Beschlägen (Treppenhausfenster EG mit originaler JugenstilBleiverglasung mit Blumenmotiven) original; breitgelagerte Dachgaube erneuert; Konsolreihung (Backstein) am Dachgesims. Innen original: Entrée/Vorflur mit Jugendstilwandfliesen (Blumenmotive) und profilierter Abschlußleiste; floral ornamentierte Wand- und Deckenfelder; Marmorstufen; reich ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre; Zwischentür Vorflur/Treppenhaus; Unterzug bogenförmig abgesetzt und profiliert; Treppe mit Terrazzostufen, schmiedeeisernem Treppengeländer (floraler Ornamentschmuck) und hölzernem Handlauf; Treppenpodeste mit rötlichen Bodenfliesen und ornamentierter Bordüre; Kellertür, Wohnungsabschluß- und Zimmertüren mit Rahmen und Laibungen (z. T. Beschläge); Badezimmertür 2. OG Treppenhaus; z. T. Fußleisten; Stuck in allen Räumen (außer Küche) im EG/1. OG/2. OG; Grundrisse außer nachträglicher Einbau von Bädern); Dachgeschoß nach dem Krieg ausgebaut. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfassungsmauer aus zweifarbigem Backsteinmauerwerk mit Mauerkrone.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereich nödlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Kleiststraße, die den Simarplatz nördlich begrenzt. Als hervorragend gestaltetes und nahezu vollständig erhaltenes Beispiel der ursprünglichen Bebauung ist das o. g. Objekt ein bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur Neuehrenfelds und unbedingt zu erhalten. Gemeinsam mit der in weiten Teilen erhaltene Bebauung am Simarplatz prägt das o. g. Objekt die Platzsituation um St. Peter herum entscheidend mit, wobei die neugotischen Stilelemente als unmittelbare Reaktion auf den Sakralbau typisch für die Bebauung in unmittelbarer Kirchennähe sind und auch an anderen Kirchenplätzen Neuehrenfelds vorkommen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0