Wohn- u. Geschäftshaus
Simarplatz 6 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7831 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Simarplatz 6, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.03.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1903; Eckhaus Simarplatz/Kleiststraße; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 3 : 5 Achsen (abgeschrägte Ecke); Eingang am Simarplatz links, Zugang zum Ladenlokal auf der Ecke; 6 Fensteröffnungen im EG entlang der Kleiststraße ; Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil: profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen, z.T. mit Giebelbekrönungen; ornamentierte Brüstungsfelder an der Hauptschauseite zum Simarplatz (Ehrenfelder und Kölner Wappen im 2.OG); Fassadenrhythmisierung am Simarplatz durch pilasterartig gerahmte Mittelachse mit gekoppelten Fenstern und hochaufragendem Giebelfeld (Schweifgiebel); Sockelzone am Simarplatz/Eckbereich Kleiststraße nachträglich mit scharriertem Putz versehen; aufgeputzte Lagerfugen im EG entlang der Kleiststraße; Horizontalgliederung durch Trauf- und Sohlbankgesimse; Türen und Fenster erneuert.
Rückfront: 2 : 1 Achsen (vorgestufte Ecke); backsteinsichtig (horizontale Gliederung, Betonung der Stichbögen, Backsteinornament in den Obergeschossen); gestuftes Traufgesims; EG verputzt; Fenster/Türen erneuert.
Innen original: ehemalige Tordurchfahrt: Terrazzobelag (mit Bordüre); vertikale Wandgliederung durch Kanelluren; oberer Wandabschluß mit floralem Friesband; Wandfliesen (vermutlich 20er Jahre); Treppenhaus: Terrazzoboden; Treppenstufen aus rot eingefärbten Beton; schmiedeeisernes Geländer, Holzhandlauf; hölzerne Wandleisten; Linkruster (z.T. beschädigt); Wohnungseingangstüren: eine im 2.OG, 2 im 3.OG (eine originale Laibung); eine WC-Tür im 3.OG; Speichertür (Speicher mit Drempel); Keller z.T. mit preußischen Kappen; Wohnungen: Grundrisse weitgehend original; doppelte Stuckleiste im Eckzimmer und einem Zimmer am Simarplatz (mit Mittelrosette) im 1.OG.
Bestandteile des Denkmals sind auch die zweischenklige Hofmauer (teilweise gestrichen, teilweise verputzt).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereich nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.
Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Der Simarplatz, etwa 1896 von Alois Anton Schlösser für den Bau der wenig später errichteten Kirche St. Peter gestiftet, war, ebenso wie der fast gleichzeitig von Franz Zilkens gestiftete Ottoplatz, der wichtigste Siedlungsansatz in Subbelrath. Von diesen beiden Plätzen aus entwickelte sich die Bebauung aufeinander zu, wobei dem Simarplatz an der Schnittstelle zwischen Alt- und Neuehrenfeld eine besondere Bedeutung zukommt, da die Platenstraße als Verbindung zur Venloer Straße auf die Kirche St. Peter ausgerichtet ist und hier beide Stadtviertel miteinander verknüpft werden.
Die größtenteils erhaltene Ursprungsbebauung am und um den Simarplatz herum besteht aus im Detail unterschiedlich gestalteten, meist dreiachsigen Bauten mit betonter Mittelachse. Dieses, die platzrahmende Bebauung charakterisierende Schema prägt auch das o.g. Objekt, dessen Hauptschauseite zum Simarplatz durch eine breite Mittelachse mit gekoppelten, aufwendig gerahmten Fenstern und einem hoch aufragenden, reich ornamentiertem Giebelfeld markiert wird.
Die Fassade entlang der Kleiststraße ist demgegenüber zurückhaltender gestaltet - im Wesentlichen durch unterschiedliche Fensterrahmungen, bzw. -verdachungen - , wodurch eine Hierarchie und somit eine deutliche Betonung der dem Simarplatz zugewandten Ansicht erzeugt wird. Als weithin sichtbarem Eckgebäude kommt dem o.g. Objekt für die Bebauung des Platzes besondere Bedeutung zu, als dessen integraler Bestandteil es ein unverzichtbares bauliches Dokument des "Ensembles Simarplatz" ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0