Wohnhaus
Simarplatz 5 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7879 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Simarplatz 5, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.05.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1903; nahezu quadratischer Grundriß mit rückwärtig vorgestuftem Treppenhaustrakt.
Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit mittigem übergiebeltem Zwerchhhaus; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (flächig angelegte Gliederungs- und Schmuckformen: geritzte Quaderstruktur im EG (1975 saniert), profilierte und ornamentierte Fensterrahmungen, -verdachungen und -brüstungen); Mittenbetonung durch Zwerchhaus (Giebel mit rundbogigem Fenster); Horizontalgliederung durch Stockwerk-, Sohlbank-, Drempel- und Traufgesims; rundbogige Wandöffungen im EG; Eingangstür und Dachgauben erneuert; Fenster z.T. original (u.a. im 1.OG mit Beschlägen, z.T. originale Kämpfer); Eingangstür erneuert, Oberlicht original.
Rückfront: 3 Achsen (Treppenhaus links vorgestuft); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert (außer Treppenhaus mit Beschlägen).
Innen original: Treppenhaus: mosaizierter Terrazzobelag mit Mittelrosette im Vorflur/Treppenhaus EG; Vorflur: reliefierte Wandfliesen (weiß) mit Jugendstilmotiv, grün glasierte Fliesenreihe als oberer Abschluß; doppelte Deckenleiste in Stuck; Durchgang zum Treppenhaus profiliert; hölzerne Treppenanlage (Antritts- und Zwischenpfosten, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf); Wohnungseingangstüren 1./2.OG (dreiteilig, profiliert, mit Pilastern/Kapitellen), DG und WC-Türen; Wohnungen: Grundrisse (Bäder nachträglich von der Küche abgetrennt); EG: Zimmertüren erneuert; Decken abgehängt (Zustand des darunter erhaltenen Stucks unklar); 1.OG: Zimmertüren mit Beschlägen und kassettierten Laibungen; Decken abgehängt; DG: z.T. Zimmertüren; Keller: Kellertür und -wange; preußische Kappen; Dachstuhl: weitgehend original.
Geringfügiger kriegsbedingter Schaden am Dachstuhl und den Geschoßdecken vorn links.
Bestandteil des Denkmals ist auch die dreiseitige backsteinsichtige Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereich nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.
Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Der Simarplatz, etwa 1896 von Alois Anton Schlösser für den Bau der wenig später errichteten Kirche St. Peter gestiftet, war, ebenso wie der fast gleichzeitig von Franz Zilkens gestiftete Ottoplatz, der wichtigste Siedlungsansatz in Subbelrath. Von diesen beiden Plätzen aus entwickelte sich die Bebauung aufeinander zu, wobei dem Simarplatz an der Schnittstelle zwischen Alt- und Neuehrenfeld eine besondere Bedeutung zukommt, da die Platenstraße als Verbindung zur Venloer Straße auf die Kirche St. Peter ausgerichtet ist und hier beide Stadtviertel miteinander verknüpft werden.
Die größtenteils erhaltene Ursprungsbebauung am und um den Simarplatz herum besteht aus im Detail unterschiedlich gestalteten, meist dreiachsigen Bauten mit betonter Mittelachse (Erker und/oder hohe Dachaufbauten). Als integraler Bestandteil dieser Bebauung ist das o.g. Gebäude ein unverzichtbares bauliches Dokument des "Ensembles Simarplatz".
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0