Wohn- u. Geschäftshaus

Landmannstraße 43 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7577
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Landmannstraße 43, 50825 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1906; Eckhaus zur Nußbaumerstraße; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (durch nachträgliches Aufstocken stark verändert) mit Dacherkern; 3:4 Achsen, abgeschrägte Ecke (Zugang Treppenhaus: Landmannstraße links; Zugänge Ladenlokale: Eckbereich und Nußbaumerstraße rechts); Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung im Jugendstil; erkerartig vorgestufte Fassadenteile (einachsig entlang der Landmannstraße, zweiachsig entlang der Nußbaumerstraße) mit Dacherker und rahmender Quaderstruktur; Betonung der Eckachse (ornamentiertes, mit Rundgiebel überfangenes Giebelfeld mit seitlichen Knäufen; rechter Knauf wegen Beschädigung abgenommen); aufgeputzte Fensterrahmungen (im 2. OG/Dacherker stichbogenförmig mit ornamentierten Kragsteinen) und ornamentierte Brüstungsfelder im 2. OG; Horizontalgliederung durch sparsam profilierte Stockwerkgesimse (EG, Dacherker), Sohlbankgesims (1. OG), Drempel- und Traufgesims; EG verändert (Wandfliesenverkleidung); Fenster/Eingangstüren erneuert; Rückfront: 2 Achsen; backsteinsichtig; abgemauerte Stichbögen (gelber Backstein); Fenster/Hoftür erneuert; Hofsituation durch Überbauung (nicht Bestandteil des Denkmals) verunklärt. Innen original: Terrazzobelag im Treppenhaus (mit Bordüre und Mittelornament); Antrittspfosten (beschädigt), Geländerstäbe und Handlauf in Holz; Betonstufen; Grundrisse z. T. verändert.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Landmannstraße, die die Verbindung zwischen Subbelrather Straße, Lenauplatz und Nußbaumerstraße herstellt. Als Geschäftsstraße zählt sie zu den wichtigen Kommunikationszentren des Viertels. In dem in weiten Teilen erhaltenen Straßenbild ist das o. g. Objekt ein wichtiger integraler Bestandteil, das die Ecksituation Landmannstraße/Nußbaumerstraße akzentuiert und beide Straßenzüge miteinander verklammert. Das hoch aufragende Giebelfeld weist das o. g. Objekt als Blickpunkt im Verlauf der Nußbaumerstraße aus.

Entlang der Landmannstraße stellt sich das Gebäude als für die Bebauung typisches Dreiachsenhaus mit betonter Mittelachse dar. Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Bebauung ist das o. g. Objekt als bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Bebauung Architektur Neuehrenfelds unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0