Wohnhaus

Overbeckstraße 68 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7823
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Overbeckstraße 68, 50823 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.03.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1903; quadratischer Grundriß mit rückwärtig anschließendem Seitenflügel.

Fassade: 3 Geschosse; ausgebautes Mansarddach (4 originale Dachhäuschen); 4 Achsen (Eingang links); Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Verbindung von neoklassizistischen mit Neo-Renaissanceformen; EG: profilierte Lagerfugen/Bogenquaderung (Sockelgeschoß); 1./2.OG: profilierte Fensterrahmungen (1. OG: giebelbekrönte Verdachungen; 2. OG: schlicht profilierte horizontale Verdachungen); Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG), Sohlbankgesimse (1./2.OG), Traufgesims und horizontale Putzbänder (in Sohlbank-, Kämpfer- u. Sturzhöhe); Eingangstür/Fenster original (außer 1.OG: zweites von rechts; 2.OG: erstes und zweites von rechts).

Rückfront: in Verlängerung der linken Gebäudeachse dreiachsiger Seitenflügel (rechte Achse 2-geschossig mit Gaube); Vorderhaus (2 Achsen; 2 originale Gauben) u. Seitenflügel backsteinsichtig (Horizontalgliederung und Stichbögen in gelbem Backstein); Fenster erneuert (außer EG Hinterhaus mit Beschlägen, 1.OG Vorderhaus und Treppenhaus mit Beschlägen); Treppenhaus schwingt rund zum Vorderhaus aus.

Innen original: Treppenhaus: Terrazzobelag mit Bordüre im Vorflur, Treppenhaus und auf den Podesten; profilierte Deckenleiste im Vorflur; hölzerner Antrittspfosten, gedrehte Geländerstäbe und Handlauf; Treppenstufen in Beton; je zwei Wohnungsabschlußtüren mit Laibung/Rahmen im EG, 1.OG, DG, eine im 2.OG; WC-Türen im 1./2. OG; Wohnungen: EG Vorderhaus: drei Zimmertüren, Stuckrosetten und doppelte Stuckleisten in den Straßenräumen, Dielenböden, Grundriß; EG Seitenflügel: alle Zimmertüren (mit Rahmen und Beschlägen), Fußleisten, Dielenböden, Grundriß (außer nachträglicher Badezimmereinbau in der Küche); 1.OG Vorderhaus: 2 unterschiedlich gestaltete Zimmertüren, Grundrisse; 1.OG Seitenflügel: alle Zimmertüren (mit Rahmen und Beschlägen), Fußleisten, Dielenböden, Grundriß; DG Vorderhaus: 3 Zimmertüren, Fußleisten, Grundriß; Keller: preußische Kappen.

Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige backsteinsichtige Hofmauer mit Vorlagen und Mauerkrone.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.

Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich im Bereich des damaligen Ottoplatzes (heute Christine-Teusch-Platz) und der Overbeckstraße als siedlungsförderndes Element. Das o. g. 1903 errichtete Gebäude dokumentiert als integraler Bestandteil einer einheitlichen Planung (Gebäude Nr. 66 - 78) die ursprüngliche Bebauung der Overbeckstraße als Teil der frühen Erschließungsphase des Geländes zu einem Wohngebiet. Charakteristisch ist hierbei die rückwärtige Bebauung der Parzellen durch einheitlich gestaltete Seitenflügel (dreiseitige Hinterhofbebauung auf Doppelparzellen).

Straßenseitig prägen die im Detail variabel, im Gesamtaufbau jedoch einheitlich gestalteten Fassaden den Straßenzug zwischen St. Anna und der Nußbaumer Straße. Im Zusammenspiel mit dem gegenüberliegenden 1910/11 errichteten Schulgebäude, dessen partiell zurückgestufte Bauflucht den Straßenraum platzartig erweitert, ergibt sich eine markante städtebauliche Gesamtsituation, in deren Rahmen das o. g. Objekt unverzichtbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0