Wohnhaus
Overbeckstraße 70 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7705 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Overbeckstraße 70, 50823 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.12.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1903; nahezu quadratischer Grundriß mit rechter Hand rückwärtig anschließendem Seitenflügel; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (nach Kriegsschaden verändert; Dachaufbau fehlt; Gauben erneuert); 4 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an Renaissance-Formen; Kellersockel/EG mit profilierten Lagerfugen (Bogenquaderung/stichbogenförmige Wandöffnungen im EG); Fensterachsen 1./2. OG vertikal in einem Rahmensystem zusammengefaßt (aufgeputzte Fensterrahmung; profilierte Fensterverdachungen 1. OG; floral ornamentierte Fensterbrüstungen 2. OG; nach Stockwerken variierende Fensterformen); Horizontalgliederung mittels durchlaufender Sohlbankgesimse (EG/1. OG), Stockwerkgesims (EG) und Traufgesims; Fenster und Eingangstür erneuert; Abdeckungen der Kellerfenster original; Rückfront: backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen durch gelben Backstein); Vorderhaus zweiachsig (zwei erneuerte Gauben); Seitenflügel dreiachsig (über Treppenhaus mit abgerundetem Grundriß an das Vorderhaus angeschlossen); linke Seitenflügelachse zweigeschossig mit ausgebautem Dach (Gaube original); Fenster/Hoftür erneuert. Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit Mittelornament), Treppenhaus EG und auf den Podesten; Treppe mit Betonstufen; Antrittspfosten, Geländer und Handlauf in Holz; WC-Tür EG; Speicher mit Tür; Keller mit preußischen Kappen; Kellertür; Grundrisse z. T. verändert (Einbau von Bädern, Wanddurchbruch); Dekken z. T. abgehängt.
Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige, dreiseitige Hofmauer (backsteinsichtig, teilweise mit Wandvorlagen). Nicht Bestandteil des Denkmals ist der eingeschossige Anbau an der Stirnseite des Seitenflügels.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie. Erschließungsansätze nördlich der Bahntrasse reichen bis in die erste Hälfte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück und beschränkten sich auf die Otto- und die Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und am Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße führten. Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich im Bereich des Ottoplatzes (heute Christine-Teusch-Platz) und der Overbeckstraße als siedlungsförderndes Element.
Das o. g., 1903 errichtete Objekt dokumentiert als integraler Bestandteil einer einheitlichen Bebauung - die Häuser Overbeckstr. 66 - 78 sind gemeinsam geplant - die ursprüngliche Bebauung der Overbeckstraße als Teil der frühen Erschließungsphase des Gelände zum Wohngebiet. Charakteristisch ist hierbei die rückwärtige Bebauung der Parzellen durch einheitliche Seitenflügelbauten mit wechselnder Stellung (dreiseitige Hinterhofbebauung auf Doppelparzellen). Straßenseitig prägen die einheitlich und zurückhaltend gestalteten vierachsigen Fassaden die Overbeckstraße im Bereich zwischen St. Anna und Nußbaumerstraße. Im Zusammenspiel mit dem gegenüberliegenden 1910/11 errichteten Schulgebäude, deren partiell zurückgestufte Bauflucht den Straßenraum platzartig erweitert, ergibt sich eine markante städtebauliche Gesamtsituation in deren Rahmen das o. g. Objekt unverzichtbar und unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0