Wohnhaus

Röntgenstraße 9 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7609
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 9, 50823 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1905; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Ziergiebel; 4 Achsen (Eingang rechts); nahezu quadratischer Grundriß; Putzfassade mit Stuckgliederung in Anklängen an den Jugendstil; asymmetrische Fassadengliederung durch dreigeschossigen Standerker mit Dachaustritt (gemauerte Brüstung mit profilierten Balustern) und breitgelagertes Giebelfeld (geschweifter Giebel); EG: horizontaler Fugenschnitt und Bogenquaderung; rundbogig gefaßte, profilierte Fenster- und Türrahmung (Erkerfenster/Eingangstür mit Ornament im Scheitel); ornamentierte Fensterbrüstungen; 1./2. OG des Erkers mit Fugenschnitt, ornamentierten Brüstungsfeldern (zwei Fensterachsen) und Giebelaufsatz; Fenster der Obergeschosse/Giebelgeschoß mit profilierten Rahmungen und Ornament; ovales Speicherfenster (Giebelfeld) ornamental gefaßt; Fenster nach Originalbefund erneuert; originale Rolläden im EG; Eingangstür original; Rückfront: 6 Achsen (2. Achse von links und rechte Achse vorgestuft; dazwischen Balkone im EG/1./2. OG); Wandbereich der Balkone (originale Metallgeländer/Bedachung 2. OG) weiß gestrichen, sonst backsteinsichtig (Horizontalgliederung und Betonung der Stichbögen durch gelben Backstein); Fenster (außer Treppenhaus) erneuert, Hoftür, Metallgeländer, Hofabgang und Souterraintüren original. Innen original: Entrée/Vorflur mit profilierter Wandgliederung (Kanelluren); Sockel aus zweifarbigem Marmor; profilierte Deckengliederung mit Mäander, floralen Ornamentfeldern und stilisierten Kapitellen; Marmorbodenbelag im Entrée; Vorflur/EG Treppenhaus mit ornamentierten Bodenfliesen; profilierter Unterzug Vorflur/Treppenhaus; Terrazzobodenbelag der Treppe/Podeste (mit Bordüre); Metallgeländer mit Holzhandlauf; Wohnungsabschlußtüren EG/1./2. OG; Dekkenstuck in allen Räumen (außer Küche/Flur) im EG/1./2. OG (reichgestaltete Eck- und Mittelrosetten, florale Motive, profilierte Unterzüge zum Erker auf profilierten Konsolen); Dielen, Fußleisten, Zimmertüren, Rahmen und Laibungen im EG/1./2. OG; Neueinbau von Bädern/WCs; Speicher; Keller; Bestandteil des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (Metallgeländer/Aufmauerung) und der rückwärtige Garten mit originaler halbkreisförmig gefaßter Wegführung und metallenem Gartengeländer als Abgrenzung zum Hofbereich.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Röntgenstraße, die als Verbindungsachse zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße angelegt wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der fast vollständig erhaltenen Ursprungsbebauung der Röntgenstraße. Es trägt somit wesentlich dazu bei, das historische Erscheinungsbild dieses nur einseitig bebauten Straßenzuges zu veranschaulichen, der von repräsentativen, ähnlich strukturierten, doch sehr abwechslungsreich gestalteten Fassaden geprägt wird. So ist das Gebäude ein wichtiges bauliches Dokument für die spezifische Stadtteilarchitektur in Neuehrenfeld und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0