Wohnhaus
Röntgenstraße 17 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7645 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Röntgenstraße 17, 50823 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.09.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1906; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (mittiges Giebelfeld, seitlich je eine originale Gaube, links mit gekoppeltem Fenster); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch dreigeschossigen Standerker mit Drillingsfenstern, Balkon und Brüstung; EG: profilierte Lagerfugen/Bogenquaderung (Sockelgeschoß); rundbogige Wandöffnungen (Eingang mit profilierter Rahmung mit stilisierten Pilastern); OG-Fenster mit aufwendiger Rahmung (links gekoppelt), profilierten Brüstungen (1. OG) und profilierten Sohlbänken (2. OG); flankierende pfeilerartige Erkerrahmung mit Stuck und Fliesen (oberer Abschluß mit Ornament); floral ornamentiertes Brüstungsfeld im 1. OG, Schriftband im 2. OG mit dem Text: "Deutsches Haus im Deutschen Land, schützt es Gott mit starker Hand."; oberer Fassadenabschluß mit Ornamentfries und profiliertem Traufgesims; Eingangstür und Fenster (außer 1. OG/Dachgeschoß) original; Rückfront: 5 Achsen (links vorgestuft); backsteinsichtig (Betonung der Horizontale und der Stichbögen durch gelben Backstein); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster (außer 2. OG und Treppenhaus) erneuert; Balkone erneuert (seitlich neu aufgemauert); 2 Gauben (eine als Dachaustritt), Hof- und Kellertür original. Innen original: Vorflur/Treppenhaus mit ornamentierten Bodenfliesen; Vorflur mit ornamentierten Wandfliesen und Abschlußleisten; vertikale Wandgliederung (Kanneluren); Ornamentfries und kannelierte Deckengliederung; Unterzug Vorflur/Treppenhaus profiliert; hölzerne Treppenanlage (Stufen, Antrittspfosten, Geländer und Handlauf); Fußleisten; Wohnungseingangstüren im 1. und 2. OG; Zimmertüren/Rahmen im 2. OG; abgehängte Decken/teilweise erhaltener Stuck (unter anderem profilierte Konsolen im Erker im 1. OG).
Bestandteil des Denkmals ist der Vorgarten mit Einfriedung (Sockel, Pfeiler und Metallgeländer) und der rückwärtige Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Röntgenstraße, die als Verbindungsachse zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße angelegt wurden. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der fast vollständig erhaltenen Ursprungsbebauung der Röntgenstraße. Es trägt somit wesentlich dazu bei, das historische Erscheinungsbild dieses nur einseitig bebauten Straßenzuges zu veranschaulichen, der von repräsentativen, ähnlich strukturierten, doch sehr abwechslungsreich gestalteten Fassaden geprägt wird. Charakteristisch sind hierbei auch die eingefriedeten Vorgärten und rückwärtigen Gärten. So ist das Gebäude ein wichtiges bauliches Dokument für die spezifische Stadtteilarchitektur in Neuehrenfeld und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0