Wohnhaus

Röntgenstraße 5 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7847
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 5, 50823 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.04.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1905; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Ziergiebel; 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil; Mittenbetonung durch dreigeschossigen Standerker (stilisierte Kolossalordnung) mit Balkon (Brüstung mit profilierten Balustern) und breitgelagertes Giebelfeld (seitlich florales Ornament; Giebel nach Beschädigung vereinfacht repariert); EG mit aufgeputzter stilisierter Quaderstruktur/Konsolköpfe über den Fensteröffnungen/Schriftzug über dem Eingang ("SALVE"); profilierte Fensterrahmungen (Lagerfugen) und ornamentierte Fensterbrüstungen im 1./2. OG; Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG), floral ornamentiertes Gesimsband und Traufgesims; Fenster/Gauben erneuert; Eingangstür original.

Rückfront: 3 Achsen (Treppenhaus/WCs rechts vorgestuft); linker Hand Balkonanlage (zweiachsig, saniert, Überdachung im 2.OG mit Holzständerwerk und -verdachung original)/EG mit neu errichteter Terrasse; backsteinsichtig (Gliederung im Treppenhausbereich in gelbem Backstein/im Bereich der Balkone gestrichen); 2 Gauben/Fenster (außer Treppenhaus mit Beschlägen) erneuert; Hoftür original.

Innen original: Treppenhaus: Vorflur: Wandfliesen mit floralen Motiven/Abschlußleiste; Terrazzobelag mit Bordüre und Einlegearbeit; Wandgliederung mit Kanelluren/Blumenfries; mittiger Deckenfries; Durchgang zum Treppenhaus mit seitlichen Kanelluren/Ornament im Scheitel; Terrazzotreppe mit hölzernem Geländer und Handlauf; Antrittspfosten mit Löwenkopf geschmückt; Kellertür, WC- und Wohnungsabschlußtüren EG/1./2. OG (innen verkleidet); Wohnungen: alle Zimmertüren mit Laibungen; weitestgehend Grundrisse (außer Badezimmereinbauten/vereinzelt Vergrößerung eines straßenseitigen Zimmers); DG (ursprünglich Dienstbotenzimmer, zu Wohnung ausgebaut) mit originalen Zimmertüren (Eingangssituation verändert); Spitzboden zu Appartement umgenutzt.

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (verputzter Sockel mit Metallgeländer) und der rückwärtige Garten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die Terrasee im EG.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Röntgenstraße, die als Verbindungsachse zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße angelegt wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der fast vollständig erhaltenen Ursprungsbebauung der Röntgenstraße. Es trägt somit wesentlich dazu bei, das historische Erscheinungsbild dieses nur einseitig bebauten Straßenzuges zu veranschaulichen, der von repräsentativen, ähnlich strukturierten, doch sehr abwechslungsreich gestalteten Fassaden geprägt wird. So ist das Gebäude ein wichtiges bauliches Dokument für die spezifische Stadtteilarchitektur in Neuehrenfeld und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0