Wohnhaus

Röntgenstraße 15 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1726
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 15, 50823 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.11.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei er vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die im Nordosten gelegene Röntgenstraße stellt eine spät und rasterartig entworfene Wohnstraße dar, die sich aber dennoch durch die Vorgärten für anspruchsvolleres Wohnen ausweist.

Das dreigeschossige Mietstockwerkhaus mit drei Achsen und voll ausgebautem Dachgeschoß aus dem Jahr 1906 besitzt eine außerordentlich kunstvolle Stuckfassade des späten Jugendstils. Die kunsthistorisch bemerkenswerte Ornamentik weist bei rauher Stuckquaderung des Erdgeschosses und des Mittelrisalits besonders in den oberen Stockwerken große Eigenständigkeit und Ideenreichtum auf. Bemerkenswert ist auch die Stuckierung um die originale Eingangstüre. Die Fenster wurden stilrichtig erneuert. Rückfassade in Putz.

Auch das Innere blieb original erhalten, so der Wand- und Deckenstuck des Eingangs mit dem Terrazzoboden und stuckierten Stützbogen. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt zu den Obergeschossen mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren und Stuckdecken.

Städtebaulich ist die Lage des Gebäudes hinter einem kleinen Vorgarten mit originalem Zaun ein Dokument für den reformierten Städtebaum im beginnenden 20. Jahrhundert. Im relativ vollständig erhaltenen Ensemble-Bereich Neuehrenfelds zählen die zwischen Röntgenstraße und Försterstraße gelegenen Gebäude zu den zweifellos unverzichtbaren Beispielen der ausgehenden Blütezeit des Historismus. Der kunsthistorische Wert des Gebäudes ist trotz kleiner Veränderung (Glasdach) beträchtlich.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0