Wohnhaus

Nußbaumerstraße 9 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7629
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nußbaumerstraße 9, 50823 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut um 1905; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit originaler Gaube (links); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Backsteinsockel und Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch leicht vorgewölbten zweigeschossigen Erker (auf Konsolen gelagert; durch Wandvorlagen gerahmt; schmaler Austritt mit originalem Metallgeländer im 1. OG) und Dacherker (bogenförmiger, profilierter Abschluß mit Voluten und Konsolen); nach Stockwerken variierende Fensterformen und Stuckrahmungen (dreiteilige Mittelfenster in 1./2. OG durch florales Ornament gefaßt); Wandflächen glatt verputzt; Stockwerksgesims (EG) und profiliertes Traufgesims mit Konsolen; Fenster erneuert; Eingangstür original; Rückfront; 4 Achsen (Treppenghaus/WCs links vorgestuft); backsteinsichtig; Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen durch gelben Backstein; rechts Balkone mit originalem Metallgeländern (1./2. OG); im EG eingeschossiger Anbau (nicht Bestandteil des Denkmals); Kellertür, Treppenhausfenster und Fenster 1. OG mit Beschlägen original. Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (ornamentierter Rand); Wand- und Deckenbereich mit Stuckgliederung (Kanneluren); profilierter Unterzug Vorflur/Treppenhaus; Terrazzobelag im Treppenhaus (auf den Podesten mit Bordüren); hölzerner Antrittspfosten, Geländer und Handlauf; Speicher/Speichertreppe; WC-Türen; Stuck (Deckenkehle/Rosette) im gesamten 1. OG und einem Straßenraum im EG; Zimmertüren mit Rahmen, Laibungen und Beschlägen im 1. OG; zum Teil Rahmen im Dachgeschoß; Grundrisse (außer Badeinbauten, Wohnraumerweiterung Dachgeschoß).

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Von dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung entlang der Overbeckstraße und den beiderseitig anliegenden Abschnitten der Nußbaumer Straße. Dieser Bereich war das bevorzugte Baugebiet für die Beschäftigten des Schlachthofes. Als integraler Bestandteil der noch weitgehend erhaltenen ursprünglichen Bebauung dokumentiert das o. g. Objekt die stadtteilspezifische Architektur in Neuehrenfeld, die in diesem Bereich durch meist dreiachsige Bauten mit Mittelbetonung (Erker oder gekoppelte Fenster) und markant gestaltete Ziergiebel geprägt ist. Die individuell gestalteten Häuser bilden so ein einheitlich gestaltetes Straßenbild.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0