Wohnhaus

Nußbaumerstraße 11 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7642
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nußbaumerstraße 11, 50823 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.09.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut um 1905; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (links erneuerte Gaube) mit Giebelfeld; 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch zweigeschossigen Erker (auf mächtigen, ornamentierten Konsolen) mit Balkon (originales Metallgeländer) und gekoppelten Fenstern; EG: aufgeputzte Quaderstruktur/Bogenquaderung (Sockelgeschoß); sparsam profilierte Sohlbänke und Fensterrahmungen; 1./2. OG: profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen (1. OG: konsolgestützte Sohlbänke/Verdachungen; 2. OG: sparsam profilierte Sohlbänke/Verdachungen; eierstabähnliche Fensterrahmung); Erker: profilierte Brüstungsfelder, Sohlbänke (verkröpft) und Architrave; nach Stockwerken variierendes Rahmensystem (1. OG: Putznutung; 2. OG: stilisierte Pilaster); hochaufragendes Giebelfeld (bewegter Umriß) mit zwei stichbogenförmigen Fensteröffnungen (profilierte Laibungen), Ornamentfeld und Rundfenster (profilierte Rahmung); Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG) und Traufgesims; Fenster (außer Rundfenster) und Eingangstür erneuert; Rückfront: 4 Achsen (Treppenhaus/WCs rechts vorgestuft); Treppenhausbereich verputzt; links Terrasse (EG)/Balkone (1./2. OG); backsteinsichtig; gestrichen; neue breitgelagerte Gaube, Fenster (außer Treppenhaus), Türen; Terrasse EG neu (voll unterkellert). Innen original: Terrazzobelag Vorflur/Treppenhaus (mit Bordüre, Mittel- und Eckornamenten); Antrittspfosten, Geländer und Handlauf in Holz; Decken- und Wandstuck (Reste) im Vorflur (florales Ornament) und 2. OG (Mittelrosette); WC-Türen (außer EG) Treppenhausfenster mit Riegel; weitgehend Grundrisse (Einbau von Bädern). Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer (seitlich mit Vorlagen/Pfeilern). Nicht Bestandteil des Denkmals ist die vollunterkellerte Terrasse.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. 1896 stiftete der Stadtverordnete Franz Zilkens den Ottoplatz (heute Christine-Teusch-Platz) als Bauplatz für St. Anna, von wo sich die Overbeckstraße als Verbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumer Straße entwickelte.

Sowohl Overbeck- als auch die beiderseits anliegenden Abschnitte der Nußbaumerstraße wurden ebenso wie die Herkulesstraße bevorzugte Baugebiete für die Beschäftigten des Schlachthofes. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen erhaltenen ursprünglichen Bebauung der Nußbaumerstraße, die in diesem Bereich durch meist dreiachsige Bauten mit Mittelbetonung (Erker oder gekoppelte Fenster) und markant gestaltete Ziergiebel charakterisiert ist. Die individuell gestalteten Häuser bilden so ein einheitlich gestaltetes, für Neuehrenfeld prägendes Straßenbild.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0