Wohnhaus

Nußbaumerstraße 7 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7861
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nußbaumerstraße 7, 50823 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.05.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1904 (inschriftlich datiert); Architekt: U. W. Schneider (?); 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit Ziergiebel und Gaube; 3 Achsen (Eingang mit originaler Tür rechts); Backsteinfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil (Über- und Umformung historischer Stile, u. a. der Gotik); Fassadenrhythmisierung durch zweigeschossigen Mittelerker (aufgeputzte Quaderstruktur; profilierte Fensterrahmungen; ornamentierte Fensterbrüstungen; Balkon mit originalem Metallgeländer) und hoch aufragendes Giebelfeld (Knickgiebel mit profilierter Rahmung über Mittel- und linker Außenachse); EG mit aufgeputzter Quaderstruktur/Bogenquaderung (Rundbogenfenster); aufgeputzte Fensterrahmungen (profiliert, ornamentiert) der Seitenachsen/Giebelfeld; Kellerabdeckungen (gestanztes Blech) original; Fenster erneuert; Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen in gelbem Backstein); Balkonanlage (rechts) erneuert und erweitert (Erweiterung nicht Bestandteil des Denkmals); 2 Gauben (Substanz original); Fenster erneuert; Hof- und Kellertür original. Innen original: Terrazzobelag mit Mittelornament (Windrosenmotiv), Bordüre (mit Lilienornament) rot gefaßt (Vorflur, Treppenhaus, Geschoßpodeste); Vorflur: untere Wandzone mit hell- und dunkelgrün glasierten Fliesen mit reliefierter Bordüre; oben stilisierte Kanneluren, Blattkapitelle und angedeuteter Architrav; Deckenfeldgliederung durch profilierte Querbänder; Unterzuggestaltung wie Wandgliederung; Treppe mit Terrazzobelag; gedrechselter Antrittspfosten, Geländerstäbe und Handlauf in Holz; Wandleiste Treppenhaus; Wohnungseingangstüren (z. T. mit originaler Verglasung; im 1. OG verblendet); WC-Türen; Zimmertüren (mit Rahmen/Laibungen), zum Teil Fußleisten, Dielenböden u. a. im EG/2.OG/Dachgeschoß; Stukkaturen (u. a. 2. OG: vorn links Stuckkehlen und Mittelrosette, Mitte und rechts Stuckkehlen); zum Teil abgehängte Decken; Wandfliesen in der Küche 2. OG mit mäanderförmiger Bordüre/profilierter Abschlußleiste.

Bestandteil des Denkmals ist auch die noch erhaltene seitliche (Südosten) und rückwärige Hofmauer in Backstein.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahrleicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. 1896 stiftete der Stadtverordnete Franz Zilkens den Ottoplatz (heute Christine-Teusch-Platz) als Bauplatz für St. Anna, von wo sich die Overbeckstraße als Verbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße entwickelte.

Sowohl Overbeck- als auch die beiderseits anliegenden Abschnitte der Nußbaumerstraße wurden ebenso wie die Herkulesstraße bevorzugte Baugebiete für die Beschäftigten des Schlachthofes. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen erhaltenen ursprünglichen Bebauung der Nußbaumerstraße, die in diesem Bereich durch meist dreiachsige Bauten mit Mittelbetonung (Erker oder gekoppelte Fenster) und markant gestaltete Ziergiebel charakterisiert ist. Die individuell gestalteten Häuser bilden so ein einheitlich gestaltetes, für Neuehrenfeld prägendes Straßenbild.

Der in ihrer künstlerischen Ausgestaltung bedeutenden Fassade kommt aufgrund des relativ umfassend erhaltenen dahinter befindlichen Originalbestandes (Innengliederung und -ausstattung) ein hoher unverzichtbarer Dokumentationswert zu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0