Wohnhaus

Röntgenstraße 19 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7688
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 19, 50823 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.11.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut um 1905; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Dachaufbau und Gauben (erneuert); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch dreigeschossigen Standerker mit Balkon (ornamentgefaßte Brüstung zum Teil erhalten); EG glatt verputzt (Putz erneuert); rundbogig gefaßter Eingang (Tür original); Fensterbrüstungen 1. OG mit beschlagwerkartigem Ornament; Erkerfenster/Fenster 2. OG mit profilierten Rahmungen; Erker durch kolossalartige Rahmung seitlich gefaßt (mit Masken bekrönt); Wandfläche Obergeschosse glatt verputzt; Horizontalgliederung durch Stockwerksgesims (EG), Sohlbankgesims (1. OG), Drempel- und Traufgesims; Traufgesims und gesamter Dachausbau nach Kriegsschaden erneuert; Fenster erneuert; Garage im Souterain links nicht aus der Erbauungszeit; Rückfront: 5 Achsen (rechts vorgestuft); backsteinsichtig (Horizontalgliederung und Stichbögen mit gelbem Backstein); stichbogenförmige Fensteröffnungen; mittig Balkone (erneuert); Fenster/Fenstertüren erneuert (außer Treppenhausfenster; Bleiverglasung 50er Jahre). Innen original: Terrazzobelag mit Bordüre und Ornament im Vorflur und Treppenhaus; reich profilierter, gedrehter Antrittspfosten, Geländer und Handlauf in Holz; Zimmertüren aus den 50er Jahren (historisierend); Grundrisse original. Bestandteil des Denkmals sind auch Vorgarten (mit seitlichem Original-Pfeiler) und rückwärtiger Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Röntgenstraße, die als Verbindungsachse zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße angelegt wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der fast vollständig erhaltenen Ursprungsbebauung der Röntgenstraße. Es trägt somit wesentlich dazu bei, das historische Erscheinungsbild dieses nur einseitig bebauten Straßenzuges zu veranschaulichen, der von repräsentativen, ähnlich strukturierten, doch sehr abwechslungsreich gestalteten Fassaden geprägt wird. So ist das Gebäude ein wichtiges bauliches Dokument für die spezifische Stadtteilarchitektur in Neuehrenfeld und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0