Wohnhaus

Siemensstraße 40 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7690
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 40, 50825 Köln
Baujahr1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.11.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1910/14; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen (Eingang mit originaler Tür rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung mit Elementen des Neo-Klassizismus und des späten Jugendstils; Mittenbetonung durch viergeschossigen Risalit mit Schweifgiebel; Risalitobergeschosse durch stilisierte Kolossalordnung vertikal zusammengefaßt; profilierte und ornamentierte Fensterbrüstungen (2. OG/Dachgeschoß Risalit); stehendes Dachfenster rechts durch quadratische Putzflächen gerahmt; Horizontalgliederung durch Sohlbankgesimse (EG/1. OG; um den Risalit verkröpft), leicht profilierte Sturzlinie (EG), Friesband (Mäander) im EG (mit dem Risalit verkröpft) und Traufgesims; Fenster original; Rückfront: 4 Achsen (Balkonanlage rechts erneuert); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Hoftür und Fenster original (Treppenfenster mit Beschlägen). Innen original: Vorflur: 5 weiße Marmorstufen; untere Wandzone mit grauer Marmorverkleidung (vertikal mit flachen Vorlagen gegliedert), obere Wandzone pilasterartig (Kanneluren) gegliedert; gewölbte Decke mit stilisierten Gurtbögen; Wandabschluß als Fries; Vorflur zum Treppenhaus hin eingezogen; Vorflur, Treppenhaus (EG und Podeste) schwarz-weiß gefliest; Terrazzostufen; graue Bodenfliesen im Dachgeschoß/oberstes Podest; Fußleisten im Treppenhaus; Antrittspfosten, Holzgeländer (mit Metallbuchsen) und Handlauf in Holz; Stuckrosetten auf den Stockwerken; Wohnungseingangstür 1. OG (außen verkleidet; Zimmertüren komplett (EG/1./3. OG) mit Beschlägen und Fußleisten (außer 2. OG.); Dielenböden (u. a. 1./3.OG); Stukkaturen: EG: Erkerzimmer/Erker mit Stuckkehle, Vorderzimmer rechts mit Stuckleisten, Bad (links) mit Mittelrosette; 1./3. OG: Erkerzimmer mit Stuckleisten /4 quadratischen Stuckmotiven; Vorder-, Gartenzimmer und Flur mit Mittelrosette/Stuckleiste; hölzerne Wandleisten mit original Linkruster/Anaglypta im 1. OG (3. OG?); Wandfliesen mit Bordüre im EG/1./3. OG; Keller original. Bestandteil des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (Sockel, Pfeiler z. T. ornamentiert und Metalleinfriedung) und der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumer Straße herstellt. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützen. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen hier wenig veränderten Bebauung . Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten) widerspiegelt. Das Gebäude bildet mit dem Nachbarhaus (Eichendorffstr. 38) eine bauliche Einheit, die gemeinsam mit den anderen drei Eckbauten den Kreuzungsbereich Eichendorff-/Siemensstraße als markante städtebauliche Situation betont. Mit einheitlichen Gebäudehöhen und ähnlicher Gestaltung stellen sie ein straßenbildprägendes Ensemble dar. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung und ihre stadtteilspezifischen Ausprägung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0