Wohnhaus
Siemensstraße 42 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7708 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 42, 50825 Köln |
| Baujahr | 1909 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.12.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1909; 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen (Eingang Mitte rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Verbindung von Klassizismus, Barock und Jugendstil; linke Achse durch zweigeschossigen Standerker und Zwerchhaus mit Krüppelwalmdach betont; Kellersockel, Erker und Teile des EG mit aufgeputzter Quaderstruktur; restliche Wandfläche glatt verputzt; reich gestaltete Stukkaturen (Kartuschen Rollwerk, Früchte, Blumen) oberhalb der Fenster- und Türöffnungen (außer Zwerchhaus); Fenster erneuert; Eingangstür (mit geschliffenem Glas) original; Rückfront: verputzt; durch späteren eingeschossigen Anbau (nicht Bestandteil des Denkmals) links und teilweise Schließung des Balkons verunklärt; Teil des originalen Balkongeländers (Metall) erhalten; bewegte Dachlandschaft durch Zwerchhaus (links) mit Rundbogenfenster und Gaube (rechts); Fenster erneuert. Innen original: Entrée: weiße Marmorstufen; schwarze Marmorfußleisten; Wandleiste, gerahmtes Deckenfeld; rote Bodenfliesen im EG-Treppenhaus; hölzerne Treppenanlage (u. a. 2 Antrittspfosten); Zimmertüren (außer Bad EG); Deckenstuck (u. a. Kassettendecke mit profilierter Kehle im Gartenzimmer; ovales Deckenfeld im Straßenzimmer); profilierter Unterzug und Fußleisten; Dielenböden und Parkett (Straßenzimmer EG); Heizkörper; Speicheraufgang; Mansardzimmer (Speicher).
Bestandteil des Denkmals sind auch die rückwärtigen Mauerzungen (Hofeinfassung), der Vorgarten mit Einfriedung (Sokkel und Metallgeländer) und der rückwärtige Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitt des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und der Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße herstellt.
Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde.
Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand des o. g. Objektes, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, glatte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten) widerspiegelt. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil einer individuell gestalteten, geschlossenen Bebauung mit Einfamilienhäusern. Symmetrische Hausgruppen von meist zwei einander ähnlichen Gebäuden säumen die Siemensstraße in ihrem stadtauswärtigem Abschnitt zwischen Eichendorff- und Nußbaumerstraße.
Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0