Wohnhaus

Siemensstraße 48 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6984
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 48, 50825 Köln
Baujahr1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.12.1993
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1910, 2 Geschosse, Sockelgeschoß und ausgebautes Dachgeschoß, 2 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an Jugendstil und Neoklassizismus (Bossenquaderung im Sockel); rechte Achse hervorgehoben mit Giebel und Standerker mit abgeschrägten Ecken und aufgesetztem Balkon (orig. Brüstung), Mansarddach (Mansardfläche mit Schiefereindeckung) mit Gaubenband; Haustür verändert, Fenster im EG verändert, sonst im wesentlichen original. Rückfront: zweifarbige Backsteinfassade; neuerer Anbau im EG (urspr. Balkon; verputzt) mit Treppe (orig. Geländer) zum Garten, Balkon (orig. Geländer) im OG; Terrasse neu gepflastert. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich Marmorstufen und -boden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, eine Stuckdecke und Türgewände im OG, Zimmertüren und Beschläge im Mansardgeschoß. Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten (Eingang neu gepflastert) mit dem originalen Einfriedungsgitter sowie der rückwärtige Garten.

Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Ehrenfeld ais erschlossen. Die Siemensstraße wurde auf Initiative des Stadtverordneten Franz Bilkens nach der Jahrhundertwende als Verbindungsstraße zwischen Subbelrather und Nußbaumer Straße angelegt und im wesentlichen um 1910 bebaut. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des stadtauswärtigen Abschnitts zwischen Eichendorff- und Nußbaumer Straße, der ein nur wenig verändertes Erscheinungsbild präsentiert, bestehend aus individuell gestalteten 2- bis 3geschossigen und vielfach paarweise aufeinander bezogenen Reihenhäusern mit Vorgärten. Der reduzierte Schmuckaufwand ist dabei nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft, sondern spiegelt vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen wider. So wird die Stuckfassade des o. g. Objektes sparsam in Stilanklängen an den geometrischen Jugendstil gegliedert. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Architektur Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Gebäude - vor allem auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zum unverzichtbaren Objekt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0