Wohn- u. Geschäftshaus

Simarplatz 1 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7711
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Simarplatz 1, 50825 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Errichtet 1903 (inschriftlich datiert); 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach; 4 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von neugotischen Renaissance- und Jugendstilformen; nahezu quadratischer Grundriß; EG verändert (Tür- und Fensteröffnungen; Putz erneuert); Mittenbetonung durch erkerartig vorgestufte Mittelachsen/Zwerchhaus mit geschweiftem Giebel (ornamentiert); aufgeputzte Fensterrahmungen mit Vorhangbögen (1. OG: mit profilierten und ornamentierten Verdachungen/Giebeln); ornamentierte Festerbrüstungen der Mittelachsen (1. OG: stilisiertes Maßwerk; Dachgeschoß: Schriftband/Wappenschild mit Inschrift: Anno 1903 Domini); seitliche Dachhäuschen mit Segmentgiebel/Muschelornament (seitlich durch Balustraden gerahmt); Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG), verkröpfte Sohlbankgesimse (mit aufgeputzten Konsolen) und Traufgesims; Eingangstür (ohne Oberlicht) und Fenster mit Beschlägen (außer EG) original; Rückfront: backsteinsichtig (EG verputzt/Balkonwände gestrichen); 4 Achsen (rechts vorgestuft/links Balkone); stichbogenförmige Fensteröffnungen; größtenteils orginale Fenster/Fenstertüren. Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit aufwendigem Blumenmotiv), Treppenhaus und auf den Podesten mit Bordüre; Stukkaturen (Vorflur: Deckenrahmung, Mittelrosette; rundbogiger Unterzug auf Kämpferprofilen; Treppenhaus: Deckenrahmung, teilweise Rosetten; Deckenrahmung mit Mittelrosetten in den Straßenräumen); rote Terrazzostufen, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; Wohnungseingangstüren mit Laibungen und profilierten Verdachungen; WC-Türen; Grundrisse (außer Einbau von Bädern).

Bestandteil des Denkmals ist die zweiseitige Hofmauer. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige, eingeschossige Anbau.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße).

Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Der Simarplatz, etwa 1896 von Alois Anton Schlösser zum Bau der wenig später errichtete Kirche St. Peter gestiftet, war ebenso wie der fast gleichzeitig von Franz Zilkens gestiftete Ottoplatz der wichtigste Siedlungsansatz in Subbelrath.

Von diesen beiden Plätzen entwickelte sich die Bebauung aufeinander zu, wobei dem Simarplatz an der Schnittstelle zwischen Alt- und Neuehrenfeld eine besondere Bedeutung zukommt, da die Platenstraße als Verbindung zur Venloer Straße auf die Kirche St. Peter ausgerichtet ist, hier beide Stadtviertel miteinander verknüpft werden. Die größtenteils erhaltene Ursprungsbebauung am und um den Simarplatz herum veranschaulicht diese stadt- und bauhistorischen Zusammenhänge. Als integraler Bestandteil der historischen Bebauung ist das o. g. Objekt, das ehemals das Pfarrhaus St. Peter war, ein unverzichtbarer Bestandteil des "Ensemble Simarplatz".

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0