Wohnhaus
Simarplatz 3 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7810 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Simarplatz 3, 50825 Köln |
| Baujahr | 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.03.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1902 (inschriftl. bei Haus Nr. 2 datiert, bildet mit o.g. Objekt bauliche Einheit); nahezu quadratischer Grundriß mit Seitenflügel.
Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach; 3 Achsen (Eingang links, separater EG-Zugang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (flächig angelegte Gliederungs- und Schmuckformen: Quaderstruktur im EG/1. OG, Fensterrahmungen und -brüstungen); Mittenbetonung durch dreiseitigen Erker auf Konsolen mit separater Verdachung); Horizontalgliederung durch Stockwerk-, Sohlbank-, Traufgesims und ornamentiertem Drempel; Türen und Fenster original (Fensterteilungen nach dem Krieg vereinfacht, Sprossen Außer im EG entfernt); Dachgauben und oberes Giebelfeld erneuert.
Rückfront: 3 : 1 : 3 Achsen (abgeschrägte Ecke); backsteinsichtig (gelber Backstein mit rot abgemauerten Stichbögen; profiliertes Traufgesims); Balkone des Seitenflügels nach Kriegsschaden erneuert (Balkonzugang vom Hof mit OriginalGeländer); Hoftür/Fenster original (außer EG, Eckachse 1. OG); Vorderhaus-Gaube erneuert; Seitenflügel mit Dachgarten. Innen original: Vorflur, Treppenhaus, Podeste mit ornamentierten Bodenfliesen; Vorflur: reliefierte Wandfliesen in der unteren Wandzone, doppelte Bordüre, oberer Abschluß durch aufwendig glasierte Fliesen (Blumenmotive); Wände vertikal gegliedert; Decke ornamental gerahmt; profilierter Durchgang mit aufgeputzten Lagerfugen; Treppenhaus: Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer, Holzhandlauf; WC- und Wohnungseingangstüren (außer DG); Wohnungen: Grundrisse z.T. verändert (DG-Ausbau, Badeinbauten, Zimmererweiterungen); Zimmertüren erneuert; Decken abgehängt (Zustand des darunter erhaltenen Stucks unklar).
Bestandteile des Denkmals sind auch die zweischenklige, backsteinsichtige Hofmauer mit Vorlagen und Krone und ein teilweise erhaltenes Metallgitter (Abtrennung zwischen vorderem und hinterem Hofteil).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereich nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.
Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Der Simarplatz, etwa 1896 von Alois Anton Schlösser für den Bau der wenig später errichteten Kirche St. Peter gestiftet, war, ebenso wie der fast gleichzeitig von Franz Zilkens gestiftete Ottoplatz, der wichtigste Siedlungsansatz in Subbelrath. Von diesen beiden Plätzen aus entwickelte sich die Bebauung aufeinander zu, wobei dem Simarplatz an der Schnittstelle zwischen Alt- und Neuehrenfeld eine besondere Bedeutung zukommt, da die Platenstraße als Verbindung zur Venloer Straße auf die Kirche St. Peter ausgerichtet ist und hier beide Stadtviertel miteinander verknüpft werden.
Die größtenteils erhaltene Ursprungsbebauung am und um den Simarplatz herum besteht aus im Detail unterschiedlich gestalteten, meist dreiachsigen Bauten mit betonter Mittelachse (Erker und hohe Dachaufbauten). Als integraler Bestandteil dieser Bebauung ist das o.g. Gebäude, das mit dem Nachbarhaus Nr. 2 eine bauliche Einheit bildet, ein unverzichtbares bauliches Dokument des "Ensembles Simarplatz".
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0