Wohnhaus

Simarplatz 4 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1733
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Simarplatz 4, 50825 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.11.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Das Straßennetz besitzt hier nicht den eher rasterartigen Charakter des südlichen Stadtteils. Der Simarplatz in der nördlichen Stadtmitte gilt als Ensemble-Bereich.

Das 1903 erbaute, dreigeschossige Wohnhaus hat drei Achsen und eine Stuckfassade, die in den Obergeschossen die für die Bauperiode typische Axialität dokumentiert. Im Erdgeschoß rückt ein neben der linken Achse in voller Fensterhöhe angebrachtes Wappenschild die durch ein bis in Kämpferhöhe reichendes, durchlaufendes Fenstergesims gekuppelten Fenster der Mittelachse nach rechts. Das Gesims umgrieft auch die originale Haustüre auf der rechten Seite. Die beiden Obergeschosse werden vom Erdgeschoß durch ein ausgeprägtes Deckengesims getrennt. Schmuckbrüstungen in Rankenwerk sowie Giebelüberdachungen heben das erste Obergeschoß deutlich hervor. Im mittleren Giebelfeld schaut eine Eule hervor, dieses Motiv wird auf zwei Konsolen unterm Dach wieder aufgenommen. Das zweite Obergeschoß ist mit geraden Fenstergesimsen deutlich zurückhaltender dekoriert. Die Fensterbänke werden durch ornamentalen Stuckstreifen akzentuiert. Die Kämpfer aller Obergeschoßfenster sind in stuckiertem Mauerwerk konstruktiv ausgeführt, die Mittelfenster erhielten zwei Längspfeiler in gleichem Material. Die gesamte Obergeschoßfassade wird durch drei horizontale Bänder in Höhe der Fensterbänke und der Übergiebelung des ersten Obergeschosses gegliedert. Auch das kräftige Dachgesims ist durchlaufend und trennt den mittigen Schmuckgiebel mit zwei gekuppelten Fenstern ab. Den bekrönenden Abschluß bildet über einem kräftigen Gesims ein geschweiftes Giebelchen.

Das Innere blieb mit dem zeittypischen Eingang (Terrazzoboden, Wand- und Deckenstuck, Terrazzotreppe mit Holzgeländer) erhalten. Auch die Stuckdecken mit Mittelrosetten sowie Wohnungs- und Zimmertüren dokumentieren den zeittypischen Ausbau. Die Holzfenster blieben original erhalten.

Die rückwärtige Fassade in Backstein ist durch ein aufwendiges Kranzgesims mit Schindelverblendung bemerkenswert.

Städtebaulich gehört der Simarplatz zu den wenigen aus der Zeit in Köln original erhaltenen Plätzen, in dem die Kirche in Platzmitte, Bäume und der einfassende Fassadenkranz ein Ensemble bilden, das den typischen Stadtraum der Gründerzeit dokumentiert. Beachtenswert auch die Beziehung zum Nachbarhaus Nr. 5.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0