Wohnhaus
Waldhausstraße 14 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7746 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Waldhausstraße 14, 51069 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut 1927; Villa auf nahezu quadratischem Grundriß; 2 Geschosse; weit ausragendes, abgeschlepptes Walmdach; ausgebautes Dachgeschoß. Gauben erneuert; Eingangsbereich (zugänglich über eine von Wangenmauern flankierte Treppe) als eingeschossiger, erkerartiger Vorbau mit rundbogiger Eingangstür (Original mit 3 rhombenförmigen Fensterchen); beiderseits des Vorbaus im EG je ein Fenster mit Schlagläden; im OG mittig gelegenes, dreiseitiges Erkerfenster mit reichgestalteten Setzhölzern; flachgedeckte, vierfenstrige Dachgaube in etwa gleicher Breite wie der Vorbau; seitliche Fassaden werden in beiden Geschossen durch Fenster u. Schlagläden in den Eckbereichen gegliedert (Ausnahme: kein rückwärtiges Fenster im OG an der nördlichen Seitenfront); Rückfront: mittig angelegter Verandavorbau der im Kellergeschoß durch inzwischen zugemauerte Bogenstellung gegliedert wird (abfallendes Gelände führt rückwärtig zur Kellerfreilegung); im EG-Bereich nachträglich durch Fenster geschlossen; zentrale Treppe, die in den Garten herab führte abgerissen (Kehle im Brüstungsbereich hier unterbrochen); im OG-Bereich dient der Vorbau als Balkon mit Brüstungsmauer (Überdachung nicht original); Zutritt zum Balkon durch zwei Fenstertüren mit Schlagläden; beidseitig des Vorbaus im EG und OG je ein Fenster m. Schlagläden; Fenster erneuert; Schlagläden gemäß der ursprünglichen Form erneuert; Innen original: Grundrisse mit Ausnahme des Speicherbereichs; Türen, Rahmen, Beschläge; hölzerne Treppenanlage; Bodenbeläge (Parkett, Bodenfliesen, Dielenböden); Bestandteil des Denkmals sind die straßenseitige verputzte Einfriedung sowie der das Haus umgebende Garten; nicht Bestandteil des Denkmals ist die Garage.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossenen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Dem Repräsentationsbedürfnis der um 1927/29 vorwiegend aus höheren Einkommensschichten bestehenden Bewohnerschaft entsprechend ist die Bebauung Thielenbruchs durch eine am Landhaustypus orientierte Villenarchitektur geprägt. Für das o.g. Objekt sind in diesem Zusammenhang eine Reihe von architektonischen Merkmalen charakteristisch, die die Kölner Villenarchitektur der Zeit nach dem 1. Weltkrieg geprägt haben. Vorrangig zu nennen ist die Verbindung von traditionellen Stilmitteln wie dem abgeschleppten, weit auskragenden Walmdach, der betonten Eingangssituation und den mit Schlagläden versehenen Sprossenfenstern mit einer strengsymmetrischen Fassaden- und Grundrißplanung. Wesentlich für den repräsentativen Charakter des Hauses ist die deutliche Akzentuierung des Eingangsbereiches durch einen flachen, eingeschossigen Vorbau mit separatem Dach, der durch die rundbogige, auffällig gestaltete Tür und den in der Mittelachse liegenden Zugang von der Straße zusätzlich betont wird. Diese Hervorhebung der Mittelachse wird im 1. OG im Bereich der Treppenanlage durch ein dreiseitiges, mit Zierstäben unterteiltes Erkerfenster mit stark profiliertem oberen Abschluß wiederholt. Die besondere Wirkung des Erkerfensters als auffälligstem Bauschmuck beruht darauf, daß es im 1. OG keine weiteren Fensteröffnungen gibt, wodurch die Wirkung der Fassade zum Erkerfenster hin kompositionell gesteigert wird. Der repräsentativen straßenseitigen Eingangsfront steht rückwärtig die großflächig zur Grünanlage geöffnete, den privaten Bereich markierende Gartenfront gegenüber. Die Bebauung der späten 20er Jahre in Thielenbruch ist vorwiegend durch villenartige Doppelhäuser geprägt, so daß die wenigen auftretenden Einzelvillen (neben dem o. g. Objekt noch Nr. 21 und 22; Nr. 17 ist ein Nachkriegsbau, Nr. 19 kurz nach dem 1. WK entstanden) einzelne bauliche Akzente setzen, die die Doppelhausreihung unterbrechen und auflockern, wodurch jegliche Monotonie vermieden wird.
Aus den o.g. Gründen ergibt sich, daß das Haus Waldhausstr. 14 als integraler Bestandteil des Villenvororts Thielenbruch unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0