Wohnhaus

Waldhausstraße 10 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7723
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 10, 51069 Köln
Baujahr1927
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.12.1995
Stadtteil Dellbrück

1927 erbaut; Architekt: Karl Pütz; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse; ausgebautes weit vorkragendes Fußwalmdachgeschoß; Fassade durch Altan (mit originalem Geländer) und seitlichen, die Ecke markant betonenden Fenstern; Fenster, Eingangstür und Gaube original; Seitenfront: einzig in den Eckbereichen durch markante Eckfenster gegliedert; Giebelfenster erneuert.

Rückfront: 2 Achsen; rechter Hand loggia-artig eingezogene Terasse, Balkon im OG; breitgelagerte Dachgube und Fenster (Ausnahmen: WC- und Badezimmerfenster im Dachgeschoß) original; durch geländebedingten Niveauunterschied Souterraingeschoß (ursprüngl. Nutzung als Garage verändert, jetzt Einliegerwohnung); Aufgang zur Terrasse mit Eisengeländer original.

Innen original: Grundrisse (außer Garagenumnutzung im Keller und Dachgeschoß infolge Wohnungsausbau sowie ausgebauter Spitzboden mit neuem Dachflächenfenster (rückwärtig) ); Türen, Rahmen, Fliesen der Küchen im 1. und 2. OG; Liguster und Bodenbelag im Treppenhaus; Treppenanlage aus Holz.

Bestandteil des Denkmals sind der Vorgarten mit der aus der Erbauungszeit stammenden Einfriedung sowie der rückwärtige Garten.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der Garagenanbau.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.

Das 1927 von dem bekannten Kölner Architekten Karl Pütz erbaute Doppelhaus in der Waldhausstr. 10/12 ist ein typisches Beispiel für die Landhausarchitektur der späten 20er Jahre. Die hohe gestalterische Qualität ergibt sich aus dem harmonischen Zusammenwirken der für diesen Bautypus kennzeichnenden Gestaltungsmerkmale wie dem weit auskragenden Fußwohndach, der Fassadengliederung mittels Altanen, Vordächer und Loggien sowie den über Eck gesetzten Fenstern. Diese vom Expressionismus beeinflußte Formensprache prägt einen Großteil der Bebauung des Thielenbrucher Villenviertels. Bauherr des o. g. Objektes sowie einer ganzen Reihe weiterer Bauten war der Dellbrücker Bauunternehmer Mansheim, der neben Karl Pütz auch andere renomierte Architekten, wie z. B. Josef Op Gen Oorth mit Planungen beauft-ragte. Mansheim sicherte so, das o. g. Objekt belegt dies eindringlich, eine qualitativ hochrangige Bebauung, die dem Repräsentationsbedürfnis der Bewohner (in der Hauptsache Juristen, Kaufleute und Beamte) entsprach und auch heute noch den besonderen Reiz des Viertels ausmacht, was nicht zuletzt durch die großzügigen Gartenanlagen bedingt ist, die als prägender Bestandteil des Denkmals ebenfalls unbedingt erhaltenswert sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0