Wohnhaus
Waldhausstraße 6 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7502 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Waldhausstraße 6, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1928 bis 1930 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1995 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Um 1928-30 erbaut; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse mit ausgebautem Walmdach (1 originale Gaube); 2 Achsen.
Betonung der rechten nördlichen Achse durch flachgedeckten Parterreerker; Putzfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an die „Neue Sachlichkeit"; Hauseingang seitlich in eingeschossigem Anbau mit vorgezogenem Flachdach über Außentreppe mit originalem Metallgeländer, Haustür in Putzrahmung original; straßen-seitig querrechteckige Fensteröffnungen, im Parterreerker als Eckfenster mit Eckpfeiler, Fenster original, im OG originale Klappläden, halbkreisförmige Kellerfensteröffnungen mit originalen Fenstern und Gittern.
Rückseite: Garagenanbau in Höhe des Kellergeschosses, darüber Terrasse mit Treppe in den Garten und originalem Metallgeländer; südlich Altan mit originaler Brüstungsmauer; Fenster original, im OG originale Klappläden; Kellertür original.
Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit Holzgeländer, Türen.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit straßenseitig originaler Einfriedung sowie der zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht.
Das o. g. Doppelhaus Waldhausstr. 6/8 charakterisiert die jüngere Phase der Erstbebau-ung des Wohnviertels zwischen den beiden Weltkriegen. Das Gebäude wurde gegen Ende der 20er Jahre errichtet und ist ein typisches Beispiel für die Landhausarchitektur dieser Zeit. Es entspricht in seiner schlichten, von geometrischem Grundmuster bestimmten Form einer von sachlichen Einflüssen geprägten Architekturauffassung. Kennzeichnende Gestaltungsmerkmale sind die weit vorkragenden Dachformen, die Fassadenbelebung durch vortretende Bauteile wie Erker, Altane und Hauseingänge sowie durch wechselnde Fensterformen wie Rund- und Eckfenster. Diese vom Expressionismus beeinflußte Formensprache prägt einen Großteil der Bebauung des Thielenbrucher Villenviertels. Typische Details wie die Eckpfeiler der Fenster mit abgesetzten Deckplatten kehren an mehreren Bauten wieder und lassen Rückschlüsse auf deren Planung durch denselben Architekten zu, für die zum Teil auch durch gemeinsame Bauherrenschaft des Dellbrücker Bauunternehmers Wilhelm Mansheim Bezüge herzustellen sind. Die insgesamt qualitativ hochrangige Bebauung Thielenbruchs, die dem Repräsentations-bedürfnis der Bewohner aus gehobenen gesellschaftlichen Kreisen entsprach, zeichnet sich auch durch die zum Haustyp gehörigen begrünten Flächen aus. Wesentliche Bestandteile des o. g. Hauses Waldhausstr. 6 sind deshalb die das Haus umgebenden Gärten, der straßenseitig original eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten.
In städtebaulicher sowie orts- und bauhistorischer Hinsicht ist das o. g. Objekt Wald-hausstr. 6, das seine ursprüngliche Substanz weitgehend bewahrt hat, deshalb unver-zichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0