Wohnhaus

Waldhausstraße 12 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7724
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 12, 51069 Köln
Baujahr1927
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.12.1995
Stadtteil Dellbrück

Erbaut 1927; Architekt: Karl Pütz; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse; ausgebautes Fußwalmdachgeschoß; Putzfassaden; 3 Achsen; Mittelachse durch dreiseitigen Altan akzentuiert; Geländer original; Seitenfront zweiachsig; Dachgaube und Dreiecksfenster in Giebel oberhalb des Seitenwalm original; Rückfront mit 2 Achsen, linker Hand loggiaartig eingezogene Terrasse und Balkon; durch Niveauunterschied im Gelände rückwärtig Souterraingeschoß (ursprünglich als Garage genutzt); breitgelagerte Dachgauben an Vorder- und Rückseite; Fenster und Türen original (Ausnahmen: rückwärtiges Wohnzimmerfenster, Bad-, Küchen- und Souterrainfenster; Aufgang zur Terrasse sowie Eisengeländer original. Innen original: Türen im 1. OG, hölzerne Treppenanlage, roter Fliesenboden und Liguster im Treppenhaus, Grundriß im Dachgeschoß durch Anbau zur Wohnung verändert; zum Denkmal gehören der Vorgarten mit aus der Erbauungszeit stammenden Einfriedung sowie der rückwärtige Garten; nicht zum Denkmal gehörig ist der Garagenanbau und der Wohnwagenstellplatz.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahr 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte, noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Das 1927 von dem bekannten Kölner Architekten Karl Pütz erbaute Doppelhaus Waldhausstr. 10/12 ist ein typisches Beispiel für die Landhausarchitektur der späten 20er Jahre. Die hohe gestalterische Qualität ergibt sich aus dem harmonischen Zusammenwirken der für diesen Bautypus kennzeichnenden Gestaltungsmerkmale wie dem weit ausladenden Fußwalmdach, der Fassadengliederung mittels Altanen, Vordächern und Loggien sowie die über Eck gesetzten Fenster. Diese vom Expressionismus beeinflußte Formensprache prägt einen Großteil der Bebauung des Thielenbrucher Villenviertels. Bauherr des o. g. Objektes sowie einer ganzen Reihe weiterer Doppelhäuser war der Dellbrücker Bauunternehmer Mansheim, der neben Karl Pütz auch andere renomierte Architekten, wie z. B. Josef Op Gen Oorth mit Planungen beauftragte. Mansheim sicherte so, das o. g. Objekt belegt dies eindringlich, eine qualtitativ hochrangige Bebauung, die dem Repräsentationsbedürfnis der Bewohner (Juristen, Kaufleute, Beamte in der Hauptsache) entsprach und auch heute noch den besonderen Reiz des Viertels ausmacht, was nicht zuletzt durch die großzügigen Gartenanlagen unterstützt wird, die als prägende Bestandteile des Denkmals ebenfalls unter Schutz gestellt werden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0