Wohnhaus
Kuenstraße 13 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7749 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kuenstraße 13, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1905, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem Seitenflügel, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Jugendstils (Erdgeschoß verändert), Eingang rechts mit geradem oberen Abschluß, Haustür mit Oberlicht original, Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht, eingelegte Sprossen).
Rückseite: Vorderhaus zweiachsig, Seitenflügel dreiachsig, Backstein verputzt, Traufgesims, Hofzugang im Rücksprung, Hoftür erneuert, rückwärtige Fenster mit segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht, eingelegte Sprossen).
Im Innern original erhalten: Vestibül: Marmorbodenbelag, Marmorwandplatten bis halbe Höhe, Deckenstuck (der Wandstuck nachträglich angebracht), Treppenhaus: Terrazzotreppe, geschmiedetes Stahlgeländer, Handlauf in Holz, Podeste mit Terrazzo in rot/beige belegt, Deckenstuckdekorationen, Wohnungseingangstüren mit verglastem Oberlicht original (exklusive Dachgeschoß).
In den Wohnungen: Holzdielenboden (z.T. unter Belag), Türen und Gewände zum großen Teil original erhalten.
Der rückwärtige Hof/Gartenbereich mit originaler Einfriedungsmauer mit Strebepfeilern (Backstein, verputzt) ist Bestandteil des Denkmals.
Der eingeschossige Anbau in Verlängerung des Seitenflügels (Badezimmer) ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits ab 1800 nachweisbar; diese Entwicklung setzte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße gewann durch die neuen Fabrikstandorte und die zunächst in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich konzentrierende Wohnbebauung an Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße (um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und die Lutherkirche). Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und Florastraße die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus.
Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.
Die Kuenstraße, eine Querverbindung zwischen Niehler- und Neusser Straße, gehört zu den stadtnahen Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Sie ist Teil des in den Jahren um die Jahrhundertwende (1895-1904) erschlossenen rasterähnlichen, in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossenen und bebauten Straßennetzes Schenkendorf-, Auer-, Gellert- und Eichstraße, wurde 1896 angelegt und bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts bebaut. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das genannte Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden Nrn. 7-29 und 20/22, 26-40 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet und innerhalb des Ensembles unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge verschiedener Stilrichtungen mit Mittelbetonung durch Ziergiebel und Erker.
Das Gebäude Kuenstraße 13, im Kreuzungsbereich zur Eichstraße gelegen, veranschaulicht mit seinen Nachbargebäuden das ursprüngliche Erscheinungsbild der Zeit um die Jahrhundertwende. Es zeigt an der Schauseite sparsame Jugendstildekorationen (Betonung der breiten Mittelachse, sparsame florale Schmuckformen, im 3. Obergeschoß Wappenschilde in Stuck, Stockwerkgesimse, Traufgesims). Der Bautyp wiederholt sich in den umstehenden Bauwerken mit geringen Variationen, wodurch die städtebauliche Bedeutung des Einzelhauses innerhalb des Ensembles besonders deutlich hervortritt. Die weitgehende Erhaltung großer Teile des Originalzustands der Fassade (ausgenommen des Erdgeschosses) und der Interieurs und des Treppenhauses deutet auf eine repräsentationsbewußte Bauherren- und Bewohnerschaft. Die an architektonische Hoheitsformen anknüpfende Gestaltungssprache unterstreicht die Bedeutung des Gebäudes für den Ensemblebereich in Nippes. Das Gebäude Kuenstraße 13 ist ein bedeutendes Dokument der Stadtarchitektur und als Baudenkmal unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0